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Indien und Brasilien vereinbaren Kooperation bei seltenen Erden und Stahl-Rohstoffen

Indien und Brasilien haben bei Präsident Lulas Staatsbesuch in Neu-Delhi mehrere Vereinbarungen unterzeichnet, darunter eine Kooperation zu seltenen Erden und kritischen Mineralien sowie ein Rahmenabkommen für die Stahl-Lieferkette

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Indien und Brasilien vereinbaren Kooperation bei seltenen Erden und Stahl-Rohstoffen
  • Ein Memorandum soll gemeinsame Projekte entlang der Wertschöpfungskette für seltene Erden und kritische Mineralien anstoßen.
  • Für den Stahlsektor vereinbarten beide Seiten Zusammenarbeit bei Exploration, Verarbeitung, Recycling und datengetriebener Prospektion.
  • Indien beziffert seine derzeitige Stahlkapazität auf 218 Millionen Tonnen.
  • Der bilaterale Handel wuchs 2025 um 25,5% gegenüber 2024; Ziel sind 30 Milliarden US-Dollar bis 2030.
  • Beide Regierungen wollen nichttarifäre Handelshemmnisse abbauen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit verbreitern.

Rohstoff- und Industriepaket: Indien und Brasilien haben während des Staatsbesuchs des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Neu-Delhi eine Reihe von Abkommen und Absichtserklärungen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht eine neue Zusammenarbeit zu seltenen Erden und anderen kritischen Mineralien – also genau jenen Rohstoffen, die für Batterien, Stromnetze, Windkraft, Elektronik und weitere Schlüsselindustrien entscheidend sind. Parallel wurde ein eigenes Memorandum vereinbart, das den Zugang zu mineralischen Vorprodukten für die Stahlindustrie stabilisieren und die Lieferketten zwischen beiden Ländern widerstandsfähiger machen soll.

Handelspolitischer Rahmen: In der gemeinsamen Erklärung verweisen beide Seiten auf den kräftigen Anstieg des bilateralen Warenhandels im Jahr 2025, der demnach 25,5% über dem Vorjahr lag. Neu-Delhi und Brasília setzen sich als Zielmarke 30 Milliarden US‑Dollar Handelsvolumen bis 2030. Um dahin zu kommen, sollen insbesondere nichttarifäre Hemmnisse abgebaut werden – ein Hinweis darauf, dass in der Praxis Zulassungen, Normen, Inspektionen und Logistik oft stärker bremsen als reine Zollsätze.

Stahl-Lieferkette als eigener Schwerpunkt: Das indische Stahlministerium beschreibt das Stahl-Memorandum als institutionellen Rahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Exploration und Bergbau über Infrastruktur bis zur Aufbereitung und Wiederverwertung von Mineralien. Genannt werden auch Automatisierung und der Einsatz fortgeschrittener Technologien, einschließlich künstlicher Intelligenz zur Auswertung geowissenschaftlicher Daten. Brasilien wird dabei als großer Produzent von Eisenerz und als Land mit nennenswerten Vorkommen von mangan-, nickel- und niobiumhaltigen Rohstoffen für die Stahlherstellung hervorgehoben.

Indiens Kapazitätsausbau als Treiber: Indien gibt seine aktuelle Stahlkapazität mit 218 Millionen Tonnen an und verweist auf laufende Erweiterungsprojekte, um die Nachfrage aus Infrastruktur und Industrialisierung zu bedienen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Absicherung der Rohstoffbasis an Gewicht: Neben klassischen Erzlieferungen werden auch Veredelung, Beneficiation, Recycling und datengetriebene Exploration als Hebel genannt, um langfristig planbarer und nachhaltiger zu produzieren.

Kritische Mineralien und seltene Erden: Das separate Memorandum zu seltenen Erden und kritischen Mineralien soll die Zusammenarbeit von der Exploration und Förderung bis zu Verarbeitung, Recycling und Raffination abdecken. Ziel ist es, Liefer- und Wertschöpfungsketten zu stärken und dadurch die globale Wettbewerbsfähigkeit beider Seiten zu erhöhen. Für Indien bedeutet das potenziell mehr Diversifizierung jenseits bestehender Importpfade; für Brasilien eröffnet es zusätzliche Absatz- und Investitionsoptionen bei Rohstoffen, die im Zuge der weltweiten Energiewende politisch und wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen.