Indonesiens Zahlungsbilanz dreht im vierten Quartal 2025 auf Überschuss von 6,1 Milliarden US-Dollar
Indonesiens Zahlungsbilanz verzeichnete im vierten Quartal 2025 einen Überschuss von 6,1 Milliarden US-Dollar, während die Währungsreserven Ende 2025 bei 156,5 Milliarden US-Dollar lagen
- Die Zahlungsbilanz wies im vierten Quartal 2025 einen Überschuss von 6,1 Milliarden US-Dollar aus.
- Das Leistungsbilanzsaldo drehte dabei auf ein Defizit von 2,5 Milliarden US-Dollar bzw. 0,7% des BIP nach einem Überschuss von 4,0 Milliarden US-Dollar bzw. 1,1% im dritten Quartal.
- Die Kapital- und Finanzbilanz wechselte auf einen Überschuss von 8,3 Milliarden US-Dollar nach einem Defizit von 8,0 Milliarden US-Dollar im Vorquartal.
- Für das Gesamtjahr 2025 beziffert die Notenbank das Leistungsbilanzdefizit auf 1,5 Milliarden US-Dollar (0,1% des BIP) nach 8,6 Milliarden US-Dollar (0,6%) im Jahr 2024.
- Die Reserveaktiva stiegen laut Zentralbank bis Ende Dezember 2025 auf 156,5 Milliarden US-Dollar und decken rechnerisch 6,2 Monate Importe.
Überschuss im Schlussquartal: Indonesiens Zentralbank meldet für das vierte Quartal 2025 einen Zahlungsbilanzüberschuss von 6,1 Milliarden US-Dollar. Nach Einschätzung der Bank stärkt das Ergebnis die externe Widerstandsfähigkeit in einem Umfeld, das von hoher globaler Unsicherheit und selektiveren Kapitalströmen geprägt bleibt. Im Quartal spiegelte sich der Überschuss sowohl in der Entwicklung der Leistungsbilanz als auch in deutlichen Zuflüssen über die Kapital- und Finanzbilanz wider.
Leistungsbilanz: enger Defizitkorridor, aber Quartalswechsel: Die Leistungsbilanz wies im vierten Quartal 2025 ein Defizit von 2,5 Milliarden US-Dollar aus, was 0,7% des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im dritten Quartal hatte noch ein Überschuss von 4,0 Milliarden US-Dollar bzw. 1,1% des BIP gestanden. Bank Indonesia verweist auf eine weiterhin positive Warenhandelsbilanz, allerdings mit einem engeren Überschuss im Nicht-Öl-und-Gas-Bereich, was sie mit einer globalen Konjunkturmoderation und anhaltend rückläufigen Rohstoffpreisen begründet. Gleichzeitig stieg das Defizit im Öl- und Gas-Handel, was die Notenbank mit höherer inländischer Aktivität und damit mit einer kräftigeren Importnachfrage erklärt.
Dienstleistungen, Primäreinkommen und Rücküberweisungen: Neben dem Warenhandel trugen mehrere Positionen zu dem Quartalsbild bei. Das Dienstleistungsdefizit weitete sich aus, weil die Zahl der einreisenden internationalen Reisenden zurückging. In der Primäreinkommensbilanz stieg das Defizit unter anderem wegen höherer Dividendenausschüttungen zum Jahresende. Gegenläufig wirkte die Sekundäreinkommensbilanz: Hier nahm der Überschuss zu, was Bank Indonesia auf höhere Rücküberweisungen indonesischer Arbeitskräfte im Ausland zurückführt.
Kapital- und Finanzbilanz dreht deutlich ins Plus: Die Kapital- und Finanzbilanz verzeichnete im vierten Quartal 2025 einen Überschuss von 8,3 Milliarden US-Dollar, nachdem im dritten Quartal noch ein Defizit von 8,0 Milliarden US-Dollar ausgewiesen worden war. Direktinvestitionen blieben laut Zentralbank im Plus und wurden als Signal für anhaltendes Vertrauen in die Inlands- und Investitionsperspektiven gewertet. Auch Portfoliozuflüsse verbesserten sich, gestützt durch attraktive Renditen. Zusätzlich meldet die Notenbank einen Überschuss bei „Other Investment“ vor dem Hintergrund höherer Auslandsdarlehen.
Jahresbilanz und Puffer: Für 2025 insgesamt beziffert Bank Indonesia das Leistungsbilanzdefizit auf 1,5 Milliarden US-Dollar bzw. 0,1% des BIP – deutlich geringer als 2024 (8,6 Milliarden US-Dollar bzw. 0,6%). Die Reserveaktiva stiegen von 155,7 Milliarden US-Dollar Ende Dezember 2024 auf 156,5 Milliarden US-Dollar Ende Dezember 2025 und entsprechen laut Zentralbank 6,2 Monaten Importen inklusive Schuldendienst des Staates; das liegt klar über dem häufig verwendeten Angemessenheitsmaß von rund drei Monaten. Für 2026 erwartet Bank Indonesia eine weiterhin enge Leistungsbilanzspanne mit einem Defizit zwischen 0,9% und 0,1% des BIP. Der Fokus der Politik bleibt damit auf dem Zusammenspiel aus Wechselkursstabilität, Kapitalzuflüssen und realwirtschaftlicher Importnachfrage.