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Iran vollstreckt Todesstrafe gegen Ex‑Mitarbeiter der Atombehörde wegen Mossad‑Spionagevorwürfen

Teheraner Justiz nennt IT‑Angriffe auf interne Netzwerke als Begründung; Menschenrechtsgruppen bemängeln mangelnde Verteidigungsmöglichkeiten und mögliche erzwungene Geständnisse.

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Titelbild: Iran vollstreckt Todesstrafe gegen Ex‑Mitarbeiter der Atombehörde wegen Mossad‑Spionagevorwürfen
  • Mehdi Farid wurde von der Justiz wegen angeblicher Weitergabe sensibler Daten an den Mossad hingerichtet
  • Zivilgesellschaftliche Gruppen stellen die offizielle Darstellung und das Verfahren infrage.

Nach Angaben der Teheraner Justiz wurde am Mittwoch Mehdi Farid hingerichtet. Offizielle Stellen machten ihn für den Versuch verantwortlich, das interne Netzwerk einer verteidigungsnahen Organisation zu kompromittieren und damit Informationen für den israelischen Auslandsnachrichtendienst Mossad zugänglich zu machen.

Die Justizbehörden berichteten, Farid habe wiederholt Geräte per USB an interne Systeme angeschlossen, um externen Zugriff zu ermöglichen, und Daten über Organisationsstrukturen, Standorte, Schutzstatus von Gebäuden sowie Personalidentitäten weitergegeben. Der Name der betroffenen Organisation sowie begleitende Dokumente wurden nicht veröffentlicht.

Menschenrechtsorganisationen kritisierten das Verfahren scharf und verwiesen auf schwerwiegende Mängel. Demnach gab es eingeschränkten Zugang zu unabhängiger Verteidigung, und es besteht der Verdacht, dass Geständnisse unter Zwang zustande kamen. Eine alternative Schilderung zivilgesellschaftlicher Gruppen besagt, Farid habe zunächst eine Kooperation mit inländischen Sicherheitsstellen gesucht und Informationen an diese übergeben, bevor er angeklagt worden sei.

Die juristische Vorgeschichte des Falls bleibt in den offiziellen Mitteilungen lückenhaft. Demnach war Farid im Winter 2022 festgenommen und in das Evin‑Gefängnis überstellt worden; ein erstinstanzliches Urteil über zehn Jahre Haft sei nach Einwand der Staatsanwaltschaft in eine Todesstrafe abgeändert worden. Konkrete Verfahrensakten oder vorgelegte Beweismittel wurden nicht bekannt gemacht.

Zugleich reiht sich die Exekution in eine Phase ein, in der die Zahl der Todesurteile im Land deutlich gestiegen ist. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten für das vergangene Jahr einen sprunghaften Anstieg der Hinrichtungen; die Justizspitze hatte im Zuge jüngster Proteste eine Beschleunigung der Vollstreckung von Höchststrafen gefordert und die Lage mit einer harten Sicherheitsline beantwortet.

Unterdessen meldeten staatliche Medien Verlegungen weiterer Verurteilter in andere Haftanstalten. Konkrete Reaktionen aus dem Ausland oder Informationen zu möglichen rechtlichen Schritten gegen das Urteil lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.