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Iran wendet sich an Europa, um Druck auf die USA zu erhöhen

Nach den ergebnislosen Gesprächen in Islamabad hat Irans Außenminister europäische und regionale Partner telefonisch über Teherans Angebot zu hochangereichertem Uran und zur Kontrolle der Straße von Hormus informiert.

The Guardian (Auszug übersetzt) 2 Min Lesezeit
Titelbild: Iran wendet sich an Europa, um Druck auf die USA zu erhöhen
  • Araghchi briefte Frankreich, Deutschland sowie mehrere Golfstaaten
  • Teheran versucht offenbar, Spannungen zwischen Europa und den USA zu seinem Vorteil zu nutzen.

Nach Angaben aus Teheran hat Außenminister Abbas Araghchi nach den ergebnislosen Verhandlungen in Islamabad europäische Hauptstädte über das Angebot informiert, das Iran in Bezug auf seinen Bestand an hochangereichertem Uran und auf die künftige Handhabung der Straße von Hormus zu unterbreiten bereit gewesen sei. Die Gespräche in Pakistan dauerten rund 21 Stunden und endeten ohne abschließende Einigung.

Zugleich führte Araghchi mehreren Telefonbriefings zufolge Gespräche mit den Außenministern Frankreichs und Deutschlands sowie mit Vertretern aus Saudi-Arabien, Oman und Katar. Ziel der Initiative sei es demnach, das transatlantische Verhältnis neu auszutarieren und europäischen Regierungen als zusätzlichen Hebel gegenüber Washington zu dienen.

Daneben bewertet die iranische Führung die bisherige Haltung vieler europäischer Staaten als zu eng an den USA ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund prüft Teheran offenbar, ob sich in einzelnen EU-Ländern Spielraum für eine eigenständigere Linie eröffnen lasse, um damit Deutschlands, Frankreichs oder anderer führender Staaten faktisch entgegenzuwirken.

Gleichzeitig stehen konkrete Streitpunkte auf der Agenda: Im Parlament wird ein Gesetzentwurf diskutiert, der Abgaben für die Passage kommerzieller Schiffe durch die Straße von Hormus vorsieht. Die Sanktionsdrohungen und die militärische Konfrontation im Mittleren Osten haben die Debatten über Regeln der Seefahrt und mögliche Gegenmaßnahmen verstärkt.

Die Straße von Hormus spielt für den Welthandel eine große Rolle; sie macht einen bedeutenden Anteil des seewärtigen Öltransports aus. Vor diesem Hintergrund würden Änderungen an den Transitregeln oder die Einführung von Gebühren weitreichende wirtschaftliche und politische Folgen nach sich ziehen, da viele Staaten von sicheren Seewegen abhängig sind.