Israel tötet nach Angaben hochrangigen Hisbollah-Kommandeur in südlichen Vororten von Beirut
Erstmals seit fast einem Monat wieder Luftangriffe auf die südlichen Vororte Beiruts; Gesundheitsministerium meldet mehrere Tote und zahlreiche Verletzte.
- Israel nennt das Ziel den Kommandeur der Radwan-Einheit
- die Gewalt in Südlibanon und Beirut dauert an, obwohl eine Waffenruhe seit 17. April gilt.
Nach Angaben lokaler Stellen wurde in der Nacht zum Mittwoch ein hochrangiger Kommandeur der Hisbollah-Eliteeinheit in den südlichen Vororten von Beirut getötet. Das Gebiet Ghobeiri, das als Hochburg der Hisbollah gilt, wurde von israelischen Kampfjets angegriffen – die ersten Angriffe auf diese Vororte seit nahezu einem Monat.
Die libanesische Gesundheitsbehörde meldete zudem, dass bei Angriffen im Süden und Osten des Landes mindestens elf weitere Menschen getötet wurden. In Saksakiyeh wurden vier Todesopfer und 33 Verletzte registriert, darunter sechs Kinder und vier Frauen. Mehrere weitere Orte im Süden, unter anderem Yater, seien ebenfalls Ziel von Luftschlägen gewesen.
Im Mittelpunkt der israelischen Meldungen stand die Aussage, das Militär habe gezielt den Kommandeur der Radwan-Einheit ins Visier genommen. Eine Quelle, die der Hisbollah nahesteht, identifizierte den Getöteten als Malek Ballout, den Einsatzkommandeur der Radwan-Formation. Details zu den genauen Umständen des Treffens oder dem zeitlichen Ablauf wurden in den übermittelten Angaben nicht näher ausgeführt.
Zugleich verließen viele Bewohner der südlichen Vororte die Gegend bereits früher, nachdem die Hisbollah den Libanon im März in die Kämpfe hineingezogen hatte; trotz der seit 17. April geltenden Waffenruhe kehrten viele nicht zurück. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete, dass die Angriffe Ghobeiri trafen und dass die Lage die anhaltende Unsicherheit in den besonders betroffenen Kommunen weiter verschärft.
Daneben teilte das israelische Militär mit, am Vortag sei ein Einschlag einer Sprengdrohne in Südlibanon registriert worden, bei dem vier Soldaten verletzt wurden, einer davon schwer. Internationale Stellen haben inzwischen zahlreiche Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen verifiziert und weisen auf schwere Folgen für die medizinische Versorgung hin: Seit Beginn der Kämpfe am 2. März wurden demnach mehr als 2.700 Todesopfer gezählt und über eine Million Menschen vertrieben.