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Kevin Warsh als Vorsitzender der US‑Notenbank vereidigt

Der frühere Wall‑Street‑Banker übernimmt die Federal Reserve in einer politisch aufgeladenen Phase und kündigt Reformen an, während Debatten um die Unabhängigkeit der Notenbank zunehmen.

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Titelbild: Kevin Warsh als Vorsitzender der US‑Notenbank vereidigt
  • Warsh verspricht eine reformorientierte Fed
  • sein Amtsantritt wird von Kontroversen um politische Einflussnahme und wirtschaftliche Risiken begleitet.

Nach Angaben aus Washington ist Kevin Warsh am Freitag als Vorsitzender der US‑Notenbank vereidigt worden und hat damit die Leitung der Federal Reserve übernommen. Die Zeremonie fand im East Room des Weißen Hauses statt; den Amtseid nahm US‑Supreme‑Court‑Justice Clarence Thomas ab, während Warsh’ Ehefrau Jane Lauder die Bibel hielt. Präsident Donald Trump lobte den 52‑Jährigen bei der Veranstaltung ausdrücklich und bezeichnete ihn als besonders gut vorbereitet für das Amt.

Im Mittelpunkt seines Auftretens stand die Ankündigung einer reformorientierten Federal Reserve. Warsh nannte als Ziel niedrigere Inflation, stärkeres Wachstum und höhere Realeinkommen und versprach, die Zentralbank entsprechend auszurichten. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung eines klaren Kurses in der Geldpolitik, ohne auf konkrete geldpolitische Maßnahmen einzugehen; die entscheidenden Entscheidungen für die künftige Zinspolitik liegen noch vor ihm.

Zugleich wird Warsh’ Amtsantritt von intensiven politischen Auseinandersetzungen begleitet. Präsident Trump hat in den vergangenen Monaten wiederholt Druck auf die Fed ausgeübt und Zinssenkungen gefordert, was Befürchtungen über die Unabhängigkeit der Notenbank geschürt hat. Vor dem Senatsausschuss hatte Warsh im April erklärt, die Unabhängigkeit der Fed bewahren zu wollen; Kritiker, darunter Senatorin Elizabeth Warren, äußerten dennoch scharfe Vorbehalte und stellten seine Unparteilichkeit infrage.

Inzwischen wird erwartet, dass Warsh sowohl innenpolitische Kritik als auch wirtschaftliche Unsicherheiten navigieren muss. Seine Rhetorik zur Reform der Zentralbank und die Zusicherung zur Bewahrung institutioneller Standards werden intensiv geprüft werden. Konkrete politische Schritte und geldpolitische Weichenstellungen bleiben aber noch abzuwarten, während die Fed unter seiner Führung in eine Phase hoher Aufmerksamkeit und politischer Spannung eintritt.