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San Diegos muslimische Gemeinde ringt nach Massenschießerei um Normalität

Sicherheitsmann verhindert offenbar größere Opferzahl; Gemeinde öffnet das Zentrum wieder für Trauerarbeit und Besucher.

The Guardian (Auszug) 2 Min Lesezeit
Titelbild: San Diegos muslimische Gemeinde ringt nach Massenschießerei um Normalität
Drei Menschen getötet, darunter ein langjähriger Sicherheitsmann, der nach Angaben der Gemeinde mit seinem Einsatz viele Kinder schützte.

Nach Angaben des Islamic Center of San Diego (ICSD) nahm die Gemeinde zwei Tage nach der tödlichen Schießerei den Betrieb auf dem Campus wieder auf, um Angehörige zu betreuen und den Austausch mit der Nachbarschaft fortzusetzen. Das Zentrum, das eine Grundschule von der Vorschule bis zur dritten Klasse betreibt, öffnete seine Türen trotz des anhaltenden Schocks unter den Mitgliedern; zahlreiche Familien suchten dort nun Unterstützung und Informationen.

Im Mittelpunkt der Trauer steht Amin Abdullah, der langjährige Sicherheitsmann des Zentrums. Er wurde vor dem Gebäude tot aufgefunden, nachdem er den Lockdown über Funk ausgelöst und nach Zeugenaussagen das Feuer erwidert hatte. Gemeindemitglieder erklärten, sein Eingreifen habe verhindert, dass die beiden jugendlichen Schützen die rund 140 Kinder und etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den angrenzenden Klassenräumen erreichen konnten.

Zugleich fielen bei der Attacke Mansour Kaziha, der den Laden auf dem Moscheegelände leitete, und Nader Awad, der herbeigeeilt war, als er die Schüsse hörte. Die Behörden behandeln den Vorfall als möglichen Hassverbrechensfall und führten Ermittlungen durch. Anwohner und Gemeindeleiter beschrieben eine Welle der Angst: Viele Familien litten unter Schlafstörungen, und Kinder, die den Notfallprotokollen gefolgt waren, berichteten von anhaltender Anspannung nach dem Verstecken unter Tischen.

Daneben rückte die Rolle des ICSD als eine der offensten muslimischen Institutionen in den USA stärker in den Blick. Das Zentrum betreut Menschen aus mehr als einem Dutzend Nationen, organisiert tägliche Gebete und Bildungsangebote und hat über Jahrzehnte interreligiöse Beziehungen gepflegt. Imam Taha Hassane, der die Gemeinde seit 2001 leitet, betonte wiederholt die Bedeutung von Offenheit gegenüber der Nachbarschaft, auch nachdem die Moschee in der Vergangenheit bereits Ziel feindlicher Angriffe gewesen war.

In den Klassenzimmern schilderten Lehrkräfte und Eltern dramatische Szenen: Eine Lehrassistentin unterbrach Prüfungen, verriegelte Türen und suchte mit Kindern Schutz unter Tischen, bis die Polizei evakuierte. Die Gemeinde plant weiterhin Gottesdienste und Trauer- sowie Unterstützungsangebote, während Ermittler den Tathergang und die Motive der Angreifer prüfen. Zugleich versucht das Zentrum, den Alltag schrittweise wiederherzustellen und den Schulbetrieb für die betroffenen Familien begleitend zu gestalten.