Koordinierte Angriffe bewaffneter Gruppen treffen Mali – Gefechte in Bamako, Kidal und Gao
Explosions- und Schusswechsel erschüttern Hauptstadt und mehrere Regionen; Separatisten und Dschihadisten sprechen von gemeinsamer Offensive, Militär meldet Gegenangriffe.
- FLA und JNIM erklärten eine koordinierte Operation, die in mehreren Städten zu Gefechten führte
- das Militär berichtet von zurückgedrängten Angreifern und Verlusten, Angaben sind bisher nicht unabhängig bestätigt.
Nach Angaben von Augenzeugen und offiziellen Stellen kam es am Samstag in Mali zu einer Welle koordinierter Angriffe bewaffneter Gruppen, begleitet von Explosionen und anhaltendem Schusswechsel. In der Hauptstadt Bamako berichteten Anwohner von heftigen Gefechten; das Militär erklärte, Truppen seien im Einsatz, um die Angriffe abzuwehren und die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Zugleich gingen Meldungen über Kämpfe in und um den wichtigen Militärstützpunkt Kati ein, der nahe Bamako liegt. Im Norden des Landes betrafen die Auseinandersetzungen insbesondere die Städte Gao und Kidal, während auch die zentralen Orte Sévaré und Mopti von Gefechten betroffen gewesen seien. Die gleichzeitigen Vorfälle in mehreren Regionen deuten auf eine breit angelegte, koordinierte Offensive hin.
Vertreter der separatistischen Azawad Liberation Front (FLA) und der dschihadistischen Gruppierung Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) erklärten, sie hätten die Operation gemeinsam vorbereitet und ausgeführt. Beide Gruppierungen behaupteten, Geländegewinne erzielt zu haben, darunter verstärkte Präsenz in Kidal und Erweiterungen rund um Gao. Diese Lageeinschätzungen konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.
Das malische Militär bezeichnete die Angreifer als terroristische Gruppen, teilte mit, einige Angreifer seien geflohen, und meldete, Angriffe seien zurückgedrängt worden. Außerdem wurden nach Angaben der Streitkräfte hohe Verluste auf Seiten der Angreifer angegeben; konkrete, unabhängige Bestätigungen für die gemeldeten Opferzahlen lagen zum Berichtszeitpunkt nicht vor.
Unterdessen ordnen Experten die Angriffe als die bislang größte koordinierte Aktion bewaffneter Gruppen in Mali in den letzten Jahren ein. Sie fügen sich in einen länger andauernden Krieg, in dem separatistische Tuareg-Gruppen und Milizen mit Verbindungen zu al-Qaida und dem sogenannten IS um Einfluss ringen, was die Sicherheitslage im Land weiterhin tiefgreifend belastet.