Kühne+Nagel meldet Einbußen im Quartal – Seefrachtumsatz bricht um ein Viertel ein
Der Logistikkonzern meldet im ersten Quartal sinkende Umsätze und Gewinne; die Krise im Nahen Osten belastet vor allem die Seefracht erheblich.
- Der Nettoumsatz ging konzernweit um zwölf Prozent zurück
- bereinigtes Ebit fiel um 23 Prozent auf 308 Millionen Franken.
Nach Angaben von Kühne+Nagel hat der Schweizer Logistikkonzern im ersten Quartal 2026 deutliche Einbußen hinnehmen müssen: Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sank um 23 Prozent auf 308 Millionen Franken. insgesamt blieb ein Gewinn von 248 Millionen Franken, ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Gleichzeitig betonte das Management, dass die im Oktober 2025 eingeleiteten Sparmaßnahmen die Stückkosten nachhaltig reduziert hätten und damit zur Stabilisierung des Ergebnisses beitrugen. Vor diesem Hintergrund passte Kühne+Nagel seine Jahresprognose an: Für 2026 erwartet der Konzern nun ein bereinigtes operatives Ergebnis zwischen 1,25 und 1,40 Milliarden Franken, nach bislang 1,2 bis 1,4 Milliarden Franken.
Um regionale Lieferketten trotz der Störungen funktionsfähig zu halten, hat das Unternehmen zusätzliche Landbrücken in der Straßenlogistik eingerichtet. Unter anderem wurden Lkw-Verkehre von Saudi-Arabien in die Vereinigten Arabischen Emirate organisiert, um Kapazitätsengpässe in der Seefracht abzufedern und die Flexibilität entlang der Handelsrouten zu erhöhen.
Daneben verwies Konzernchef Stefan Paul auf die weiterhin hohe Unsicherheit durch die Lage im Nahen Osten und kündigte an, die Entwicklung genau zu beobachten. Zudem wies das Unternehmen auf mögliche Folgen steigender Energiepreise für die Konsumnachfrage hin; kurzfristig bleibe die regionale Entwicklung ein dominierender Unsicherheitsfaktor für das laufende Geschäftsjahr.
In der Gesamtschau zeigen die Zahlen, dass Strukturmaßnahmen Wirkung entfalten, zugleich aber externe Schocks wie die geopolitischen Störungen die operative Performance deutlich belasten. Für Investoren und Kunden bleibt damit entscheidend, wie sich Kapazitäten und Frachtrouten in den kommenden Monaten stabilisieren werden.