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La coup de Grasset: 170 Autoren kündigen Kollektion — kollektive Reaktion nach Nora‑Abgang

Nach dem erzwungenen Rücktritt von Olivier Nora haben 170 Autorinnen und Autoren ihren Abschied vom Verlag Grasset erklärt und prüfen kollektive rechtliche Schritte zur Rückgewinnung ihrer Rechte.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: La coup de Grasset: 170 Autoren kündigen Kollektion — kollektive Reaktion nach Nora‑Abgang
  • 170 Autorinnen und Autoren erklären ihren Abschied von Grasset
  • Mobilisierung über WhatsApp, Treffen in Paris und die Erwägung gemeinsamer Klagen stehen im Raum.

Nach Angaben der Unterzeichner haben bislang 170 Autorinnen und Autoren ihren Austritt aus dem Pariser Verlag Grasset angekündigt. Der kollektive Rückzug folgt dem erzwungenen Weggang des Vorstandsvorsitzenden Olivier Nora und drückt die Sorge aus, Werke und Ideen könnten künftig unter einen veränderten Verlagskurs fallen.

Im Mittelpunkt der Kritik steht die Angst der Autoren, ihre Texte könnten dem Einfluss des Milliardärs Vincent Bolloré unterliegen, der 2023 die Kontrolle über die Hachette-Gruppe übernommen hatte. In ihren Stellungnahmen beschreiben die Unterzeichner Grasset als historischen Schutzraum für ein unabhängiges Verlagswesen und sehen deren Fortbestand durch den jüngsten Führungswechsel infrage gestellt.

Nach dem Schritt formierte sich die Aktion offenbar organisiert: Die Mobilisierung begann in einer WhatsApp-Gruppe, in der mehrere Autorinnen und Autoren erste Maßnahmen abstimmten. Zugleich fand ein Krisentreffen in einem Pariser Café statt, bei dem auch juristische Berater anwesend gewesen sein sollen. Dort wurde unter anderem die Möglichkeit erörtert, kollektiv rechtliche Schritte zu prüfen, um gegebenenfalls Rechte an zuvor veröffentlichten Werken zurückzuerlangen.

Daneben zeigen sich die Initiatoren gespalten im Umgang mit dem bestehenden Verlagskatalog. Einige Autoren erwägen die Entfernung bestehender Titel aus dem Programm; andere sehen ihre Bücher als Teil der gemeinsamen Verlagsgeschichte und wollen diese Vergangenheit nicht einfach auslöschen. Die Initiatoren betonen, dass die Bewegung ein breites Spektrum an Betroffenen umfasst, von Bestsellerautoren bis zu solchen mit kleineren Auflagen, und dass die Entscheidung trotz unterschiedlicher persönlicher Situationen weitgehend gemeinschaftlich getroffen wurde.

Unterdessen äußerten beteiligte Autoren Sorgen um die Beschäftigten und die organisatorische Zukunft bei Grasset. Bislang liegen keine Angaben zu einzelnen Rücktrittsterminen der Autoren oder zu bereits eingeleiteten Klagen vor; die Unterzeichner kündigten jedoch an, ihre Entscheidung geschlossen zu verfolgen und gegebenenfalls kollektive Rechtsmittel zu ergreifen.