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Linux Foundation gründet OCUDU Ecosystem Foundation für Open-Source-AI-RAN und frühe 6G-Dienste

Die neü Stiftung soll OCUDU als offene CU/DU-Referenzplattform ausbaün, KI-basierte RAN-Algorithmen integrieren und Industrie, Forschung und Behörden unter neutraler Governance zusammenbringen.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Linux Foundation gründet OCUDU Ecosystem Foundation für Open-Source-AI-RAN und frühe 6G-Dienste
  • Die Linux Foundation kündigt die OCUDU Ecosystem Foundation als Kollaborationshub für einen offenen CU/DU-Stack und AI-RAN-Bausteine an.
  • OCUDU wurde nach Angaben der Initiatoren initial durch National Spectrum Consortium und das FutureG Office angeschoben, mit Arbeitspaketen für DeepSig und SRS.
  • Zu den genannten Mitgliedern zählen unter anderem Cisco, Marvell, Red Hat, T-Mobile und Viavi; Universitäten und Labore sollen explizit eingebunden werden.
  • Ericsson tritt als founding premier member bei, erhält einen Sitz im Board und will Architekturbeiträge sowie Technologie-Neutralität in Open-RAN-Umgebungen stärken.

Die Linux Foundation hat am 1. März 2026 am Rande des Mobile World Congress die Gründung der OCUDU Ecosystem Foundation angekündigt. Ziel ist, die Open Centralized Unit Distributed Unit (OCUDU) Initiative als offenen Kollaborationshub zu strukturieren und daraus eine tragfähige Referenzplattform für Radio Access Networks (RAN) zu entwickeln, inklusive KI-basierter Algorithmen und Automationsbausteine. Der Fokus liegt auf Komponenten rund um Centralized Unit (CU) und Distributed Unit (DU), also den softwareintensiven Schichten, in denen immer mehr Netzwerklogik virtualisiert und containerisiert betrieben wird.

Nach Angaben der Linux Foundation geht OCUDU auf eine Anschubfinanzierung durch das National Spectrum Consortium (NSC) und das FutureG Office zurück. Diese Mittel wurden demnach genutzt, um eine erste Softwarebasis aufzubaün, unter anderem durch Arbeitspakete für das KI-native Wireless-Unternehmen DeepSig sowie Software Radio Systems (SRS). Mit der neün Foundation soll daraus ein daürhaftes Entwicklungs- und Wartungsmodell entstehen, das mehr Partnern erlaubt, technische Prioritäten zu setzen, Beiträge zu koordinieren und gemeinsame Releases planbarer zu machen.

Die Stiftung positioniert sich als Ergänzung zu etablierten Standardisierungs- und Industrieforen wie 3GPP und der O-RAN Alliance: Standards definieren Schnittstellen und Anforderungen, während offene Referenzimplementierungen helfen können, Interoperabilität praktisch zu testen, Entwicklungsaufwand zu teilen und Innovationszyklen zu verkürzen. Die Linux Foundation nennt als allgemeine Mitglieder ein breites Feld aus Ausrüstern, Cloud- und Softwareanbietern, Prüftechnik, Beratung sowie Netzbetreibern. Genannt werden unter anderem Cisco, Marvell, Red Hat, T-Mobile und Viavi, und damit Akteure, die sowohl Infrastruktur liefern als auch den Betrieb skalierter Netze verantworten.

Parallel dazu kündigte Ericsson an, der OCUDU Ecosystem Foundation als founding premier member beizutreten und einen Sitz im Board of Directors zu übernehmen. Ericsson will nach eigener Darstellung Architekturleitlinien beitragen, Technologie-Neutralität sichern und die Entwicklung offener, interoperabler RAN-Software unterstützen, während die Branche 5G weiter ausbaut und sich in Richtung KI-nativer 6G-Architekturen bewegt. In der Ericsson-Mitteilung wird OCUDU zudem in den Kontext einer US-Strategie gestellt, die auf eine schnellere Umsetzung der nächsten Mobilfunkgeneration abzielt; die Zusammenarbeit soll auch Forschung, Experimente und Ecosystem-Aufbau entlang eines öffentlichen und privaten Modells erleichtern.

Für die Industrie ist die Initiative vor allem deshalb relevant, weil sich die RAN-Architektur in Richtung softwaredefinierter Plattformen verschiebt und damit mehr Raum für KI-basierte Optimierung, Automation und neü Anbieter schafft. Eine offene CU/DU-Basis kann Betreiberabhängigkeiten reduzieren, Testbarkeit erhöhen und die Integration unterschiedlicher Funk- und Compute-Komponenten beschleunigen. Gleichzeitig ist die Governance-Frage zentral: Mit der Linux Foundation als neutralem Dach soll die Entwicklung planbarer werden und akademische Beteiligung, von reproduzierbaren Experimenten bis zu Validierungen in Realnetzen, leichter in produktionsnahe Pfade übergehen.