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Mehr als 300 Migranten in 48 Stunden vor Kreta gerettet, sagen griechische Behörden

Die Küstenwache rettete binnen 48 Stunden über 300 Menschen aus Bangladesch, Ägypten, Jemen und Sudan; die Geretteten sollen auf das Festland verlegt werden.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mehr als 300 Migranten in 48 Stunden vor Kreta gerettet, sagen griechische Behörden
  • Rettungsaktionen liefen trotz starker Winde weiter
  • Kreta gilt als wichtiger Zugangspunkt für Überfahrten aus Libyen.

Nach Angaben griechischer Behörden wurden innerhalb von rund zwei Tagen mehr als 300 Migranten vor der Insel Kreta gerettet. Die Küstenwache teilte mit, die Menschen stammten überwiegend aus Bangladesch, Ägypten, Jemen und Sudan und seien größtenteils auf provisorischen Booten unterwegs gewesen. Fast die Hälfte der Geretteten sei bereits am Montag geborgen worden; die Bergungen hätten sich auf mindestens drei notdürftige Fahrzeuge erstreckt.

Im Mittelpunkt der Einsätze standen Such- und Rettungsaktionen, die sich am folgenden Tag trotz starker Winde fortsetzten. Die Einsatzkräfte suchten in unruhiger See nach weiteren Booten und holten zahlreiche Menschen an Bord. Ein Beamter der Küstenwache erklärte, die Geretteten würden derzeit von der kretischen Polizei festgehalten und anschließend in Aufnahmezentren auf dem griechischen Festland verlegt.

Nach dem Schritt der Sicherstellung auf der Insel sind weitere Unterbringungen und die Registrierung geplant; die Behörden machten jedoch keine Angaben zu konkreten Zahlen für die Weiterverteilung oder zu laufenden Asylverfahren. Die Überfahrt über das zentrale Mittelmeer gilt als besonders gefährlich: Ende März hatten Überlebende berichtet, 22 Menschen seien nach einer Fahrt von Libyen ertrunken und ihre Leichen über Bord geworfen worden.

Zugleich gilt Kreta zunehmend als wichtiger Zugangspunkt für Menschen, die überwiegend aus dem Gebiet um Tobruk in Ostlibyen aufbrechen. Die Verteilerwege ins zentrale Mittelmeer führen hier häufig über gefährliche, lange Routen, die regelmäßig zu Notfällen führen. Vor dem Hintergrund steigender Todeszahlen im zentralen Mittelmeer haben EU-Institutionen zuletzt schärfere Maßnahmen zur Steuerung der Migration vorangetrieben, was Kritik von Menschenrechtsorganisationen nach sich zog.

Daneben wiesen internationale Daten auf eine Zunahme von Todesfällen in den ersten beiden Monaten des Jahres hin, was die Debatte über den Umgang mit den Überfahrten anheizte. Vor diesem Hintergrund hatten einige Staaten und Institutionen Vorschläge für Rückführungszentren und verstärkte Kontrollen befürwortet; diese Initiativen stießen jedoch auf Widerstand von Menschenrechtsgruppen, die sie als unmenschlich bewerten.

Inzwischen erinnert die Lage vor Kreta an die anhaltenden Herausforderungen im zentralen Mittelmeerraum: Rettungseinsätze sind häufige, gefährliche und logistisch anspruchsvolle Operationen, während Fragen zur Unterbringung, Registrierung und künftigen Routen weiterhin ungelöst bleiben. Die Behörden setzen die Abläufe fort, um Menschen in Sicherheit zu bringen und die nächste Phase der Versorgung und Prüfung einzuleiten.