Merz beruft Wirtschaftsministerin Reiche zu klärendem Personalgespräch ins Kanzleramt
Das vertrauliche Gespräch folgte auf anhaltende Spannungen im Wirtschaftsministerium und einen öffentlichen Eklat in der Debatte um Spritpreis‑Entlastungen.
Nach Angaben von Regierungsinsidern hat Bundeskanzler Friedrich Merz Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ins Kanzleramt einbestellt, um Führungsstil und Personalpolitik im Bundeswirtschaftsministerium zu erörtern. Das Gespräch fand in vertraulicher Atmosphäre statt und setzte ein deutliches Signal angesichts wachsender Unruhe in dem Ressort.
Zugleich verschärfte sich die Debatte um Entlastungen bei den Spritpreisen, die als unmittelbarer Kontext für das Treffen genannt wurde. In der Auseinandersetzung um Konzepte zur Abfederung hoher Kraftstoffkosten war es zuletzt zu einem öffentlichen Eklat gekommen: Finanzminister Lars Klingbeil hatte Maßnahmen wie eine Übergewinnsteuer und einen Spritpreisdeckel ins Spiel gebracht, worauf Reiche den Koalitionspartner scharf kritisierte und die Vorschläge als teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig bezeichnete.
Nach dem Schritt Merz’ gilt das persönliche Gespräch als ungewöhnlich und signalisiert, dass die Regierungsspitze das Problem intern klären will. Über das Ergebnis des Treffens wurde nichts öffentlich; allein die Einbestellung eines Kabinettsmitglieds zu einem Personalgespräch gilt in Berlin als bemerkenswert und spiegelt die Schärfe der internen Auseinandersetzung wider.
Daneben bleibt unklar, wie sich die Spannungen im Ressort auf die politische Koordination der Koalition auswirken werden. Die Kontroverse um Spritpreis‑Entlastungen hatte bereits Risse offenbart; das Treffen im Kanzleramt kann als Versuch verstanden werden, weitere Eskalationen zu vermeiden und die Führungslinie im Ministerium wiederherzustellen.