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Mindestens 16 Tote bei wechselseitigen Angriffen zum Jahrestag von Tschernobyl

Russland und die Ukraine meldeten am Wochenende Tote nach Drohnen- und Raketenangriffen; IAEA und Kiew fordern dringende Reparaturen an der beschädigten äußeren Schutzhülle des Tschernobyl‑Sicherungssystems.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Mindestens 16 Tote bei wechselseitigen Angriffen zum Jahrestag von Tschernobyl
Angriffe in Dnipro, Luhansk, Belgorod und Sewastopol sowie Brandmeldungen in einer russischen Raffinerie – Sorgen um die beschädigte New Safe Confinement‑Hülle in Tschernobyl.

Nach Angaben regionaler Behörden forderten wechselseitige Angriffe zwischen Russland und der Ukraine am Wochenende mindestens 16 Todesopfer. In der ukrainischen Stadt Dnipro töteten russische Drohnen- und Raketenangriffe demnach mindestens neun Menschen, erklärte der regionale Leiter Oleksandr Hanzha. Zugleich meldeten russische Stellen einen Toten in Sewastopol auf der von Russland kontrollierten Krim nach einem mutmaßlich ukrainischen Drohnenangriff.

Im Mittelpunkt der Sorge stand die 40. Jahrestagsfeier der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, die medienwirksam mit den Gefechten zusammenfiel. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte davor, dass Angriffe in der Nähe der Sperranlage eine erneute, von Menschen verursachte Katastrophe heraufbeschwören könnten. Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), forderte umgehende Reparaturen an der beschädigten äußeren Schutzhülle des New Safe Confinement und erklärte, dass vorhandene Schäden eine wichtige Sicherheitsfunktion beeinträchtigt hätten.

Daneben berichteten russische Behörden von einer Toten in der Grenzregion Belgorod nach einem Drohnenangriff sowie von drei Toten in der von Russland kontrollierten Luhansker Region; dort hatte der von Moskau ernannte Verwaltungschef Leonid Pasechnik die Zahl nach einem nächtlichen Drohnenangriff von zwei auf drei erhöht. Außerdem meldete die ukrainische Generalstabsführung Angriffe auf russisches Territorium, darunter eine Aktion gegen eine Raffinerie, bei der Brände ausbrachen.

Nach dem Schritt forderte die IAEA schnelle Maßnahmen, um die Schutzstruktur zu stabilisieren. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung schätzte die notwendigen Reparaturen an der Schutzhülle auf mindestens 500 Millionen Euro; ukrainische Angaben zufolge belaufen sich Zusagen von Partnern bislang auf rund 100 Millionen Euro zusätzlich zu zuvor vereinbarten 30 Millionen Euro. Ukrainische Stellen machen einen Drohnenangriff im Februar 2025 verantwortlich, der die Außenhülle des Schutzbogens beschädigt habe.

Insgesamt zeichnet sich eine Lage ab, in der militärische Angriffe und die Sorge um nukleare Sicherheit eng miteinander verknüpft bleiben. Während die Berichte über Tote und Sachschäden zwischen den Konfliktparteien hin und her gehen, betonen internationale und ukrainische Verantwortliche die Dringlichkeit, die beschädigten Schutzstrukturen in Tschernobyl zu sichern, um das Risiko für die Region zu verringern.