JKCM News
Startseite
Technologie

Nahezu die Hälfte der Londoner Jobs von Generative AI bedroht, Analyse des Bürgermeisterbüros zeigt

Rund 2,4 Millionen Beschäftigte – vor allem Frauen und junge Arbeitnehmende – sind in Berufen, in denen Generative KI bereits viele Aufgaben übernehmen könnte.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Nahezu die Hälfte der Londoner Jobs von Generative AI bedroht, Analyse des Bürgermeisterbüros zeigt
  • 46% der Londoner Beschäftigten in GenAI-exponierten Berufen
  • administrative Tätigkeiten besonders gefährdet.

Nach Angaben des Büros des Bürgermeisters könnten Generative‑KI‑Werkzeuge erhebliche Teile der Tätigkeiten von fast der Hälfte der Hauptstadtbelegschaft verändern. Etwa 2,4 Millionen Menschen in London arbeiten demnach in sogenannten GenAI‑exponierten Berufen, was 46% der Beschäftigten der Stadt entspricht und deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 38% liegt.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen deutliche Ungleichheiten: Frauen sind überproportional betroffen und machen fast 60% der Beschäftigten in den am stärksten exponierten Tätigkeiten aus. Ursache dafür ist vor allem ihre starke Präsenz in administrativen und kundenorientierten Rollen, in denen KI‑Funktionen besonders weit fortgeschritten sind. Rund 8% der weiblichen Erwerbstätigen in London befinden sich in der höchsten Risikokategorie, verglichen mit 4% der Männer.

Zugleich trifft die Entwicklung jüngere Beschäftigte härter: Ungefähr 52% der 16‑ bis 29‑Jährigen arbeiten in hoch exponierten Jobs, gegenüber 39% der über 50‑Jährigen. Die Untersuchung hebt hervor, dass viele dieser Positionen Einstiegs‑ und Sprungbrettfunktionen in berufliche Laufbahnen darstellen. Wenn solche Einstiegsmöglichkeiten durch Automatisierung zurückgehen, drohen langfristig weniger Aufstiegswege in mittlere und höhere Positionen.

Inzwischen zeigen sich auch Unterschiede nach ethnischer Zugehörigkeit: Beschäftigte asiatischer Herkunft weisen höhere Expositionsraten auf, während schwarze Beschäftigte mit rund 34% die niedrigste Quote unter den genannten Gruppen haben. Niedrigere Exponierung verzeichnen Berufe, die körperliche Präsenz erfordern, etwa Pflegeberufe und Bauhandwerk, deren Aufgaben sich weniger leicht durch KI‑Tools ersetzen lassen.

Gleichzeitig dokumentiert die Analyse einen starken Anstieg der KI‑Nutzung in britischen Unternehmen. Der Anteil der Firmen, die KI einsetzen, stieg demnach von rund 7–9% Ende 2023 auf zwischen 26% und 35% bis März 2026. Bisher verändere KI vor allem Aufgaben innerhalb von Jobs; erste Unternehmen hätten jedoch bereits Personal reduziert, und ein nicht unerheblicher Anteil sehe Ersatz von Stellen als Strategie vor. Unterdessen hat der Bürgermeister eine London AI and Jobs Taskforce ins Leben gerufen, die Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Forschende und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenführt, um Unterstützungsbedarf für Qualifikationen und Aufstiegswege zu prüfen.