Neal Slavin: 50 Jahre Gruppenfotografie – über Farbe, Erinnerung und soziale Bildräume
Der US-Fotograf Neal Slavin veröffentlicht eine überarbeitete 50. Ausgabe seines wegweisenden Buchs When Two or More Are Gathered Together; die Ausstellung »Photography and Belonging« in Düsseldorfs Kunstpalast zeigt Arbeiten aus seinem Werk.
Neal Slavin markiert das 50. Jubiläum seiner Studie When Two or More Are Gathered Together mit einer überarbeiteten Ausgabe und begleitender Präsentation seiner Arbeiten in der Ausstellung »Photography and Belonging« im Düsseldorfer Kunstpalast. In einem Gespräch mit Euronews Culture reflektiert er die Entstehung seines Schaffens und die Bedeutung von Gruppenaufnahmen.
Slavin beschreibt Gruppenaufnahmen als zusammengesetzte Einzelporträts und hebt Erinnerung als treibende Kraft seines Interesses an Gruppenfotografie hervor. Er sagt, dass die Gruppe aus einzelnen Personen besteht und dass Fotografen beim Arrangieren von Gruppen manchmal die individuellen Aussagen der Einzelnen übersehen.
Ein zentrales Thema in Slavins Reflexion ist die Farbe: In den frühen 1970er-Jahren habe Farbfilm noch um Anerkennung im Kunstkontext gerungen. Für ihn ist Farbe mehr als Ästhetik; sie liefere zusätzliche Information, die Schwarz-Weiß nicht zu bieten habe. Als Beispiel nennt er eine frühe Aufnahme, bei der sich in der Farbfassung Gold- und Silber-Trophäen unterscheiden ließen, in Schwarz-Weiß aber nicht erkennbar waren.
Die Ausstellung in Düsseldorf zeigt Arbeiten, die Slavins Ansatz der Gruppenfotografie und seinen Einsatz von Farbfotografie als dokumentarisches und gesellschaftliches Instrument veranschaulichen. Die Neuausgabe seines Buchs soll die Rolle dieser Bilder in der visuellen Dokumentation sozialer Strukturen des späten 20. Jahrhunderts unterstreichen.