New-Delhi-Erklärung zum AI Impact Summit wird von 88 Staaten unterstützt
Der AI Impact Summit in Neu-Delhi endete mit einer gemeinsamen, freiwilligen Erklärung, die sieben Handlungsfelder für internationale Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz definiert und mehrere neue Plattformen ankündigt
- Die Erklärung wurde nach offiziellen Angaben von 88 Ländern und internationalen Organisationen unterstützt.
- Das Papier ist freiwillig und nicht bindend und betont zugleich nationale Souveränität.
- Sieben ‚Chakras‘ reichen von Zugang zu KI-Ressourcen bis zu energieeffizienten, resilienten Systemen.
- Angekündigt wurden unter anderem ein „Global AI Impact Commons“ und ein „Trusted AI Commons“.
- Ein „Playbook“ zur KI-Arbeitskräfteentwicklung soll Qualifizierung und Umschulung bündeln.
Globaler KI-Rahmen aus Neu-Delhi: Der AI Impact Summit 2026 in Neu-Delhi ist nach offiziellen Angaben mit der Annahme der „New Delhi Declaration on AI Impact“ zu Ende gegangen. Das Dokument, das auf dem Treffen am 18. und 19. Februar beraten wurde, wird von 88 Staaten und internationalen Organisationen unterstützt. In der Logik der Erklärung geht es dabei nicht um ein völkerrechtlich bindendes Regelwerk, sondern um einen gemeinsamen Orientierungsrahmen und um freiwillige Kooperationsformate, die sich an den Prinzipien „Welfare for all“ und „Happiness for all“ ausrichten sollen.
Sieben Handlungsfelder als Struktur: Die Erklärung ordnet die internationale Zusammenarbeit entlang sieben „Chakras“ (Pfeilern). Genannt werden die Demokratisierung von KI-Ressourcen, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Nutzen, sichere und vertrauenswürdige KI, KI für Wissenschaft, Zugang für gesellschaftliche Teilhabe, Entwicklung von Humankapital sowie resiliente, effiziente und innovative KI-Systeme. Der Text betont parallel die Bedeutung internationaler Kooperation und Multi-Stakeholder-Ansätze, hält aber ausdrücklich fest, dass nationale Souveränität zu respektieren ist.
Von Prinzipien zu Werkzeugen: Anders als viele rein programmatischen Gipfelpapiere listet die New-Delhi-Erklärung konkrete „Deliverables“, die als freiwillige, kollaborative Initiativen angelegt sind. Dazu zählen eine „Charter for the Democratic Diffusion of AI“ als nicht bindender Rahmen für erschwinglichen Zugang zu grundlegenden KI-Ressourcen und für lokal relevante Innovationsökosysteme. Ergänzend wurde ein „Global AI Impact Commons“ angekündigt, der erfolgreiche KI-Anwendungsfälle plattformbasiert replizierbar machen soll – mit dem Ziel, Lösungen über Ländergrenzen hinweg schneller zu adaptieren.
Sicherheit, Wissenschaft und Skills: Ein „Trusted AI Commons“ soll Werkzeuge, Benchmarks und Best Practices sammeln, um sichere und vertrauenswürdige Systeme zu fördern. Für Forschung und Entwicklung sieht die Erklärung ein internationales Netzwerk von „AI for Science“-Institutionen vor, während eine „AI for Social Empowerment Platform“ Wissenstransfer und skalierbare Lösungen für gesellschaftliche Teilhabe bündeln soll. Für den Arbeitsmarktbereich ist ein „AI Workforce Development Playbook“ samt Reskilling-Prinzipien genannt; zudem werden Leitlinien für resiliente und energieeffiziente KI-Systeme sowie ein Playbook zur Resilienz von KI-Infrastruktur erwähnt.
Offene Punkte bleiben in der Umsetzung: Der Ansatz setzt sichtbar auf freiwillige Mechanismen und auf die Verknüpfung bestehender Initiativen. Gleichzeitig ist damit die zentrale Frage verschoben: Welche Akteure übernehmen Governance, Finanzierung und Betrieb der neuen Plattformen, und wie wird die Wirkung gemessen? Die Erklärung skizziert den politischen Rahmen und benennt Instrumente, lässt aber Raum für spätere Detailarbeit – etwa bei technischen Standards, Interoperabilität, Zugangsregeln, Datennutzung und Haftungsfragen. Die nächsten Monate dürften daher weniger von neuen Grundsatzformeln geprägt sein als von der Frage, ob aus den angekündigten Commons und Playbooks tatsächlich dauerhaft genutzte Kooperationsstrukturen werden.