Norwegen setzt UN-Umweltförderung aus und gefährdet Verhandlungen über globalen Plastikvertrag
Norwegen, der größte Geber des UN-Umweltprogramms, hat alle Zahlungen vorübergehend gestoppt. Die Entscheidung trifft die ohnehin stockenden Verhandlungen zu einem bindenden Plastikvertrag und schafft Unsicherheit für Projekte.
- Norad informierte UNEP, dass alle Finanzierungsvereinbarungen bis zur Budgetentscheidung am 12. Mai ausgesetzt sind
- ein Förderaufruf für Plastikprojekte in Entwicklungsländern wurde ebenfalls verschoben.
Nach Angaben von Insidern hat Norwegen sämtliche Finanzierungsvereinbarungen mit dem United Nations Environment Programme (UNEP) vorläufig ausgesetzt. Die Maßnahme fiel kurz vor der geplanten Abstimmung über den überarbeiteten Haushalt am 12. Mai und umfasst sowohl regelmäßige Zuschüsse als auch projektbezogene Mittel. Norad habe demnach UNEP mitgeteilt, dass keine neuen Vereinbarungen abgeschlossen würden, bis die Budgetfrage geklärt sei.
Zugleich trifft die Finanzunterbrechung UNEP in einer Phase interner Unruhe. Norwegen war in den vergangenen Jahren der größte Geldgeber der Behörde und hatte im Dreijahreszeitraum bis 2025 durchschnittlich rund 12 Millionen US-Dollar jährlich zur Kernfinanzierung beigetragen; zusätzlich floss 2025 Geld in den Planetary Fund sowie zweckgebundene Mittel. Schon das vorübergehende Einfrieren dieser Beiträge schaffe erhebliche Unsicherheit für Planung und Durchführung laufender und geplanter Projekte.
Inzwischen wurde auch ein Förderaufruf verschoben, der Projekte in Entwicklungsländern zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung unterstützen sollte. Beobachter sehen darin einen weiteren Faktor, der die Arbeit an einem ambitionierten Vertrag erschwert. Die Verhandlungen sollen nach einer Phase von Führungskrisen und einer kürzlichen Neuordnung der Leitung voraussichtlich erst Anfang 2027 wieder aufgenommen werden.