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Nur wenige Schiffe passieren die Straße von Hormus seit Beginn der Waffenruhe

BBC‑Analyse: Seit Beginn der zweiwöchigen US‑Iran‑Waffenruhe wurden bis 10.00 BST am 10. April lediglich 15 Schiffe durch die enge Meerenge verfolgt, vier davon Tanker.

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Titelbild: Nur wenige Schiffe passieren die Straße von Hormus seit Beginn der Waffenruhe
  • Schiffs­routen verlagern sich nahe iranischer Küste
  • Risiken durch Minengefahr und Forderungen nach Zahlung für Durchfahrt bleiben ungelöst.

Nach Angaben einer BBC‑Analyse von Schiffsverfolgungsdaten sind seit Inkrafttreten der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und Iran nur sehr wenige Schiffe durch die Straße von Hormus gelangt. Bis 10.00 BST am 10. April wurden demnach lediglich 15 Durchfahrten registriert; vier dieser Schiffe waren Tanker, die Öl, Gas oder Chemikalien an Bord hatten. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorkonflikt‑Verkehr und verdeutlicht die anhaltende Zurückhaltung vieler Reedern gegenüber der Region.

Zugleich liegen Mitteilungen vor, die Schiffe davor warnen, die Meerenge ohne Genehmigung zu queren; ihnen werde im Falle eines Versuchs gedroht, sie «gezielt anzugreifen und zu zerstören». Vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten am 28. Februar passierten im Mittel rund 138 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus. Die aktuelle Zahl stellt demnach einen massiven Einbruch dar und macht die Unsicherheit für Reeder und Besatzungen sichtbar.

Im Mittelpunkt der Analyse steht außerdem die beobachtete Verlagerung der Routen: Die wenigen registrierten Durchfahrten folgten vorwiegend einer nördlichen Linie nahe der iranischen Küste, innerhalb territorialer Gewässer. Davor bevorzugten Schiffe zumeist eine südlichere Passage durch das Zentrum der Meerenge. Diese Routenverlagerung wirft offene Fragen auf, etwa wie Transitfreigaben künftig organisiert werden sollen und wer dafür die Verantwortung trägt.

Daneben bestehen weiterhin unklare Risiken durch mögliche Seeminen sowie Unsicherheit darüber, ob Zahlungen an iranische Stellen für eine sichere Durchfahrt Teil der Vereinbarung sind. Experten weisen darauf hin, dass solche Zahlungen für Reeder Sanktionsrisiken bedeuten könnten, was zusätzliche Vorsicht zur Folge hat. Als Reaktion darauf verhandeln einzelne Staaten in Einzelfällen sichere Passagen für ihre eigenen Schiffe.

Inzwischen liegt ein weiterer Unsicherheitsfaktor in der kurzen Dauer der Waffenruhe: Die auf zwei Wochen festgelegte Frist bremst die Bereitschaft vieler Betreiber, Schiffe in größerer Zahl wieder durch die Meerenge zu schicken. Reedereien befürchten, nach Ablauf der Frist erneut in gefährliche Situationen zu geraten und vermeiden daher unnötige Risiken.