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OECD: Long COVID bleibt ökonomische und gesundheitliche Belastung für Industrieländer

OECD schätzt jährliche Verluste bis zu 135 Milliarden US‑Dollar, mahnt bessere Datengrundlage und Versorgung an

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: OECD: Long COVID bleibt ökonomische und gesundheitliche Belastung für Industrieländer
Die OECD beziffert die jährlichen Gesamtverluste durch Long COVID in ihren Mitgliedsländern auf bis zu 135 Milliarden US‑Dollar und fordert anhaltende politische Aufmerksamkeit sowie verbesserte Datenerhebung.

Nach Angaben der OECD wird Long COVID die Gesundheitssysteme und Volkswirtschaften ihrer Mitgliedsländer über das kommende Jahrzehnt nachhaltig belasten. In einer aktuellen Analyse beziffert die Organisation die möglichen jährlichen wirtschaftlichen Verluste auf bis zu 135 Milliarden US‑Dollar, eine Summe, die der gesamten jährlichen Gesundheitsausgabe einzelner Staaten entspricht.

Im Mittelpunkt der Studie stehen sowohl direkte als auch indirekte Kosten: Die OECD schätzt die direkten Gesundheitsausgaben während des Pandemiejahres 2021 auf rund 53 Milliarden US‑Dollar, erwartet aber für den Zeitraum 2025 bis 2035 weiterhin jährliche Behandlungskosten von etwa 11 Milliarden US‑Dollar – und zwar selbst unter zurückhaltenden Annahmen. Die indirekten Folgen durch Arbeitsausfälle, vorzeitige Berentung und Produktivitätsverluste dürften die direkten Kosten deutlich übersteigen.

Nach dem Schritt zur quantitativen Analyse nennt die Organisation eine geschätzte Prävalenz von Long COVID von rund 5,3 Prozent der Bevölkerung in ihren Mitgliedsländern im Jahr 2021; das entsprach damals ungefähr 75 Millionen Menschen. Zwar seien Häufigkeit und Versorgungskosten seit dem Höhepunkt der Pandemie zurückgegangen, doch das Krankheitsbild bleibe verbreitet und wirke als strukturelle Bremse auf Erwerbsbeteiligung und Wirtschaftswachstum, gerade vor dem Hintergrund demografischer Alterung.

Zugleich warnt die OECD vor schwindender politischer und finanzieller Aufmerksamkeit für postakute Infektionssyndrome. Die Autorinnen und Autoren fordern daher eine deutlich verbesserte Sammlung und Veröffentlichung hochwertiger nationaler Daten zu Long COVID, um Versorgungslücken zu erkennen, evidenzbasierte Maßnahmen zu ermöglichen und Lehren für künftige Pandemievorsorge zu ziehen.

Daneben betont die Analyse, dass anhaltende politische Maßnahmen und gezielte Investitionen nötig sind, um sowohl unmittelbare Patientenbedürfnisse zu adressieren als auch die langfristige Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Infektionswellen zu stärken. Nur durch bessere Datengrundlagen, verbesserte Diagnose und Versorgung lasse sich die ökonomische und gesundheitliche Last von Long COVID wirksam mindern.