JKCM News
Startseite
Europa

Papst Leo XIV trägt Kreuz bei gesamter Kreuzwegprozession im Kolosseum

Bei seiner ersten Karfreitagsfeier als Papst trug Leo XIV durchgehend ein Holzkreuz und begleitete alle 14 Stationen des Kreuzwegs im Kolosseum – ein Vorgang, der Berichten zufolge seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen sei.

JKCM News 2 Min Lesezeit
Titelbild: Papst Leo XIV trägt Kreuz bei gesamter Kreuzwegprozession im Kolosseum
Leo XIV zog durch das antike Amphitheater, sprach über das weltweite Leid und schloss die Prozession mit einem Segen vom Palatin ab.

Papst Leo XIV hat am Karfreitag beim Kreuzweg im Kolosseum persönlich ein Holzkreuz getragen und damit alle 14 Stationen begleitet. Die Zeremonie, seine erste Karfreitagsfeier als amtierender Papst, zog zahlreiche Gläubige an und dauerte etwa eine Stunde. Der Papst nahm das Kreuz im Inneren des antiken Amphitheaters in die Hand und wurde von zwei Fackelträgern begleitet, die ihn während der inhaltlich konzentrierten Prozession flankierten.

Die Teilnehmer folgten dem Zug vom Inneren des Kolosseums durch das umstehende Publikum und stiegen die steilen Treppen zum Palatin hinauf, wo Leo XIV den abschließenden Segen erteilte. An der ersten Station, die an die Verurteilung Jesu erinnert, wurde eine speziell vorbereitete Meditation verlesen. Der Text betonte die Verantwortung von Amtsträgern und stellte die Frage, wie Macht ausgeübt wird – ob sie zu Gericht, zu Krieg, zu Gewalt oder zu Versöhnung führe. Verfasst wurde der Text von Francesco Patton, der bis 2025 als Kustos des Heiligen Landes fungierte.

Rund 30.000 Gläubige verfolgten die Zeremonie vor dem antiken Monument. Unter den Anwesenden waren auch Missionarinnen, die die gemeinsame Andacht im Zentrum Roms als bedeutendes und emotionales Erlebnis beschrieben. Die Prozession folgte dem traditionellen Ablauf des Kreuzwegs, der die letzten Stunden des Lebens Jesu von der Verurteilung bis zur Grablegung in vierzehn Stationen nachzeichnet und auf dem Palatin seinen Abschluss findet.

Der Auftritt von Leo XIV reiht sich in eine historische Praxis früherer Päpste ein: Johannes Paul II. hatte das Kreuz bei seiner ersten Karfreitagsprozession 1979 vollständig getragen und nahm dies bis zu gesundheitlich bedingten Einschränkungen weiterhin wahr; Benedikt XVI. trug in seinen ersten Jahren die erste Station und folgte anschließend anderen Trägern; Papst Franziskus nahm an den Prozessionen teil, trug das Kreuz jedoch nicht. Persönliche Details ergänzen das Bild: Leo XIV ist 70 Jahre alt und gilt als körperlich fit. In der laufenden Heiligen Woche steht für ihn zudem die Feier der Osternacht sowie die Messe im Freien an Ostersonntag mit dem traditionellen Urbi-et-Orbi-Segen auf dem Programm.