Pentagon bestätigt Einsatz von Googles Gemini für klassifizierte Einsätze und warnt vor Abhängigkeit von einem Anbieter
Das Verteidigungsministerium setzt Googles KI‑Modell Gemini auch für geheime Projekte ein und erweitert seine Partnerbasis, nachdem Anthropic von DOD‑Aufträgen ausgeschlossen wurde.
- Pentagon‑KI‑Chef warnt vor Abhängigkeit von einzelnen Anbietern
- das DOD arbeitet zugleich mit OpenAI und weiteren Partnern.
Nach Angaben des Pentagon bestätigte Cameron Stanley, Chief Digital and Artificial Intelligence Officer des Verteidigungsministeriums, gegenüber CNBC, dass das DOD Googles KI‑Modell Gemini für klassifizierte Projekte nutzt. Die Entscheidung fällt rund zwei Monate, nachdem Anthropic vom Verteidigungsministerium als Lieferkettenrisiko eingestuft und aus DOD‑Aufträgen ausgeschlossen worden war.
Stanley sagte, das Ministerium erweitere die Zahl seiner KI‑Laborpartner und arbeite neben Google auch mit OpenAI und weiteren Anbietern zusammen, um die Fähigkeiten für den Kriegsfall zu modernisieren. Zugleich betonte er, eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter sei gefährlich, vor allem im Bereich von Softwarelösungen.
Die Nutzung von Gemini betreffe auch geheime Vorhaben; Details zur vertraglichen Ausgestaltung nannte Stanley nicht. Daneben hatten frühere Medienberichte über eine Vereinbarung zwischen Google und dem Pentagon berichtet; ein namentlich nicht genannter Informant bestätigte gegenüber CNBC, dass das Modell für klassifizierte Aufgaben genutzt werde. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte per E‑Mail, dass Anthropic derzeit nicht mit dem DOD zusammenarbeite.
Die Entwicklung findet vor dem Hintergrund paralleler Rechtsstreitigkeiten um Anthropics Ausschluss statt. Ein US‑Berufungsgericht wies zuletzt einen Antrag Anthropics zurück, die Blacklist vorläufig aufzuheben, während ein Gericht in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen die Durchsetzung eines Einsatzverbots für das Claude‑Modell erließ. In der Folge bleibt Anthropic zwar bei DOD‑Verträgen ausgeschlossen, ist aber weiterhin für andere Behörden verfügbar.
Intern bei Google regt sich Widerstand gegen die Arbeit an klassifizierten Aufgaben: Mehr als 700 Mitarbeiter wandten sich an den Konzernchef mit der Forderung, solche Einsätze abzulehnen. Gleichzeitig hob Stanley hervor, dass der gezielte Einsatz passender Technologien dazu diene, Zeit und Ressourcen zu sparen und die Wirkung für die US‑Streitkräfte zu maximieren. Er verwies darauf, dass geeignete Werkzeuge für die jeweiligen Einsatzfälle nötig seien, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.