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Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft zu 48-stündigem Streik bei Lufthansa-Gruppe auf

Die VC verlangt deutlich bessere Angebote zur Vergütung und zur betrieblichen Altersversorgung; Eurowings-Abflüge von deutschen Flughäfen sind am ersten Streiktag betroffen.

Handelsblatt 2 Min Lesezeit
Titelbild: Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ruft zu 48-stündigem Streik bei Lufthansa-Gruppe auf
  • Die Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings ab 13. April zu 48-stündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen
  • Verbindungen in den Nahen Osten bleiben ausgenommen.

Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) beginnt der angekündigte Streik bei Teilen der Lufthansa-Gruppe am 13. April um 00:01 Uhr und soll 48 Stunden andauern. Betroffen seien die Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und CityLine, außerdem seien bei Eurowings alle Abflüge von deutschen Flughäfen am ersten Tag des Ausstands eingeschlossen. Die Gewerkschaft hob hervor, dass die Arbeitsniederlegung auf die laufenden Tarifverhandlungen folge.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen Forderungen zur Vergütung und zur betrieblichen Altersversorgung. Die VC bewertete die bisherigen Vorschläge der Arbeitgeberseite als unzureichend und nannte dies den Grund für den Streikaufruf. Dadurch werde der Druck auf die Arbeitgeber erhöht, heißt es in der Ankündigung; konkrete Zahlen zu erwarteten Flugausfällen oder betroffenen Passagierzahlen nannte die Gewerkschaft nicht.

Zugleich machte die VC deutlich, dass Verbindungen in den Nahen Osten von den Maßnahmen ausgeschlossen bleiben. Die Gewerkschaft begründete die Ausnahmen mit der aktuellen Lage in der Region, ohne nähere Details zu Einzelflügen oder betroffenen Zielen zu nennen. Für Reisende und Beschäftigte bleiben damit einige Linienverbindungen auch während des Ausstands planmäßig erreichbar.

Daneben rief die Pilotengewerkschaft ihre Mitglieder auf, sich an einer für den kommenden Mittwoch geplanten Kundgebung der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Frankfurter Flughafen zu beteiligen. Die Ufo hatte zuvor bereits mit Arbeitsniederlegungen in Tarifauseinandersetzungen auf sich aufmerksam gemacht; die VC-Aufforderung zielt auf eine koordinierte öffentliche Präsenz der Beschäftigten in der Luftfahrtbranche.

Nach dem Schritt der VC folgen die Maßnahmen einer Phase festgefahrener Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebervertretern der Lufthansa-Gruppe. Konkrete Reaktionen des Unternehmens enthält die Mitteilung der Gewerkschaft nicht; ebenso fehlen Angaben zu möglichen Verhandlungsangeboten, zu Zeitplänen für weitere Gespräche oder zu geplanten Kompensationsmaßnahmen für betroffene Fluggäste.