Prozesstermin am Old Bailey für vier Angeklagte nach Brandanschlag auf jüdische Rettungswagen
Richterin legt Prozessbeginn für Januar 2027 fest; vier Rettungswagen zerstört, niemand verletzt, alle vier Angeklagten bleiben in Haft.
- Vier Männer erschienen erstmals vor dem Old Bailey
- Urteilstermin steht, Haftfortdauer angeordnet.
Nach Angaben des Gerichts wurden vier Männer erstmals am Old Bailey vorgeführt, nachdem sie wegen eines Brandanschlags auf Rettungswagen einer jüdischen Freiwilligenorganisation in London angeklagt worden waren. Richterin Bobbie Cheema-Grubb setzte den Beginn des Hauptverfahrens auf den 27. Januar 2027 und veranschlagte eine Verhandlungsdauer von etwa vier Wochen. Sie ordnete zudem an, dass alle vier Angeklagten bis zum Prozess in Haft verbleiben sollen.
Im Mittelpunkt der Anklage steht ein Vorfall vom 23. März in Golders Green im Norden Londons, bei dem mehrere geparkte Fahrzeuge der seit 1979 aktiven Hilfsorganisation Hatzola zerstört wurden. Bei dem Brandanschlag explodierten mehrere Gasflaschen auf den Wagen, Fensterscheiben eines angrenzenden Wohnhauses gingen zu Bruch, und in der Nachbarschaft wurden vorsorglich Bewohner evakuiert. Verletzt wurde nach den vorliegenden Angaben niemand.
Zugleich bestätigten die Angeklagten vor Gericht ihre Identität und ihr Alter. Zwei der Beschuldigten, Hamza Iqbal, 20, und Rehan Khan, 19, erschienen persönlich im Gerichtssaal; Judex Atshatshi, 18, nahm ebenfalls teil. Ein 17-Jähriger mit doppelter britisch-pakistanischer Staatsbürgerschaft wurde per Videolink zugeschaltet und durfte wegen seines Alters nicht namentlich genannt werden. Khan beschrieb die Haftbedingungen als schwierig; die Richterin wies jedoch darauf hin, dass alle vier vorerst in Haft bleiben.
Daneben begründete die Richterin ihre Entscheidung, den 17-Jährigen am Old Bailey zu verhandeln statt vor einem Jugendgericht, mit mehreren abwägenden Faktoren, darunter die geringe Altersdifferenz zu den Mitangeklagten. Die Anklage richtet sich gegen die Beschuldigten in Bezug auf den Anschlag auf die ehrenamtlich betriebene Notfallorganisation Hatzola, die in Nordlondon medizinische Transporte und Notfallhilfe unentgeltlich leistet.
Unterdessen äußerten sich führende Politiker über den Angriff und verurteilten die Tat scharf. Sicherheitsbehörden sehen die Attacke im Kontext ähnlicher Vorfälle, die insbesondere Einrichtungen mit Bezug zu Israel oder jüdischen Personen in der Hauptstadt betroffen haben. Der anberaumte Prozess am Old Bailey wird klären müssen, ob sich die Vorwürfe vor Gericht bestätigen und welche strafrechtlichen Konsequenzen sich für die vier Beschuldigten daraus ergeben.