Razzia bei Deutscher Telekom wegen Schmiergeldvorwürfen im Glasfaserausbau
Landeskriminalamt und Steuerfahnder durchsuchten 40 Räume; Konzern erstattete Strafanzeige gegen eigenen Mitarbeiter
Nach Angaben von Ermittlern und einem Konzernsprecher haben Einsatzkräfte am Dienstag in Nordrhein-Westfalen eine großangelegte Razzia bei der Deutschen Telekom durchgeführt. Hintergrund sind Vorwürfe, wonach ein ranghoher Mitarbeiter bei der Vergabe von Bauaufträgen im Glasfaserausbau Bestechungsgelder entgegengenommen haben soll.
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen durchsuchte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln am Morgen Geschäfts- und Privatbereiche, darunter Räume der Telekom Technik GmbH in Bonn. Nach Firmenangaben waren neben Polizeieinheiten auch Steuerfahnder im Einsatz; insgesamt wurden 40 Privat- und Firmenräume sowie Bankschließfächer durchsucht.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, Gelder für die Vergabe von Bauaufträgen angenommen zu haben. Die Telekom erklärte, interne Hinweise hätten zu Ermittlungen geführt und sich ein Anfangsverdacht erhärtet. In der Folge habe das Unternehmen selbst Strafanzeige gegen den betroffenen Mitarbeiter erstattet und die Behörden eingeschaltet.
Die Telekom bestätigte, dass der Arbeitsplatz des Mitarbeiters durchsucht worden sei, nannte aber keine weiteren Details zu internen Abläufen oder zu möglichen Beschlagnahmungen und Vernehmungen. Auch die Staatsanwaltschaft machte zunächst keine Angaben zum Stand der Ermittlungen.