Rheinmetall erlebt Bewerberboom und plant Personalaufbau auf bis zu 70.000 Beschäftigte bis 2030
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern verzeichnete zuletzt Hunderttausende Bewerbungen und plant kräftiges Personal- und Umsatzwachstum; Exportanteile und Zuliefernetzwerk sind zentrale Faktoren.
- 350.000 Bewerbungen weltweit, 250.000 in Deutschland
- Ziel: bis 2030 bis zu 70.000 Beschäftigte und für dieses Jahr 14–15 Milliarden Euro Umsatz erwartet.
Nach Angaben des Rheinmetall-Vorstands ist die Nachfrage nach Stellen beim Rüstungskonzern zuletzt massiv gestiegen: Im vergangenen Jahr gingen demnach weltweit rund 350.000 Bewerbungen ein, davon etwa 250.000 in Deutschland. Vorstandschef Armin Papperger schilderte die ungewöhnliche Situation mit Anekdoten von Bewerbern, die sich persönlich vorstellten, um ihre Bereitschaft zur Arbeit für Rheinmetall zu bekunden.
Gleichzeitig wächst das Unternehmen in rasantem Tempo. Der Konzern beschäftigt derzeit rund 44.000 Mitarbeitende und habe in den vergangenen Jahren jährliche Zuwächse zwischen 30 und 50 Prozent verzeichnet, heißt es. Für das laufende Jahr erwartet das Management ein Wachstum von etwa 40 Prozent und taxiert den Umsatz auf 14 bis 15 Milliarden Euro.
Rheinmetall unterstreicht die internationale Ausrichtung seiner Geschäfte: Rund 65 Prozent der produzierten Güter werden exportiert, überwiegend in andere NATO-Staaten. Diese Exportorientierung wird von einem breiten Zuliefernetz getragen; dem Unternehmen zufolge arbeiten etwa 11.500 Zulieferer in Deutschland für Rheinmetall, darunter rund 4.500 Firmen aus der Automobilindustrie.
Auf Sicht bis 2030 plant der Konzern einen deutlichen Ausbau der Belegschaft und der vorgelagerten Lieferkette. Rheinmetall strebt an, die Zahl der eigenen Mitarbeiter auf bis zu 70.000 zu erhöhen; hinzu kämen nach Unternehmensangaben rund 210.000 Beschäftigte in der Lieferkette. In diesem Szenario würde die durch Rheinmetall beeinflusste Beschäftigung in Deutschland etwa einem Drittel der gesamten Autoindustrie entsprechen.
Die Zielsetzungen deuten auf einen strategischen Ausbau von Produktion und Beschaffung hin, der eine stärkere Integration von Zulieferern in Fokusmärkte erfordert. Konzernführung und Management betonen, dass das beschleunigte Wachstum sowie die hohe Bewerberzahl den Druck auf die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte und die Abstimmung mit Lieferanten deutlich erhöhen werden.