Selenskyj warnt vor erneutem großangelegten russischen Angriff
Der ukrainische Präsident warnt vor einem möglichen nächtlichen Großangriff und bittet die Bevölkerung, auf Luftalarme zu achten; Angriffe haben bereits Opfer gefordert und die Energieinfrastruktur belastet.
- Selenskyj: Geheimdienstinformationen deuten auf einen weiteren massiven Luftangriff hin
- Energieexporte und Treibstoffversorgung sind bereits betroffen.
Gleichzeitig wächst die Bilanz der bisherigen Angriffe: Die Zahl der Todesopfer stieg nach ukrainischen Angaben auf 22, hinzu kommen mehr als 100 Verletzte. Besonders hart getroffen wurde die Stadt Dnipro, wo in der Nacht 16 Menschen ums Leben kamen; bei weiterer Beschießung am Tag wurden zusätzliche Personen verletzt. Diese Verluste verschärfen die humanitäre Lage und stellen Rettungsdienste sowie medizinische Einrichtungen vor große Herausforderungen.
In wirtschaftlicher Hinsicht zeigen sich bereits direkte Effekte: Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben die Exportströme verändert und zu einem Anstieg der Rohölausfuhren über Westhäfen geführt. Die Ausfuhren stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat deutlich an, da beschädigte Raffinerien im Inland nicht mehr wie gewohnt verarbeiten konnten. Die Umleitung unraffinierten Rohöls ist eine unmittelbare Folge der Ausfälle in der Raffinerieinfrastruktur und wirkt sich auf Logistik und Handel aus.
Unterdessen meldet die von Russland eingesetzte Verwaltung auf der Krim Engpässe bei der Treibstoffversorgung; der Gouverneur der Halbinsel appellierte angesichts der Benzinknappheit an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Die Versorgungslage hat sich demnach verschlechtert, weil Lieferungen aus angrenzenden, von Russland kontrollierten Gebieten nach ukrainischen Angriffen eingeschränkt sind. Regional begrenzte Kraftstoffengpässe verstärken die alltäglichen Belastungen für Bevölkerung und Wirtschaft.
Moskau kündigte indessen an, in der Nacht mehrere Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie getroffen zu haben, darunter Firmen, die Kampfdrohnen herstellen. Diese gegenseitigen Angriffe beeinflussen nicht nur die unmittelbare Sicherheitslage, sondern wirken sich auch auf Energieflüsse und logistische Abläufe in der Region aus. Setzt sich die Eskalation fort, sind weitere Störungen der Energieinfrastruktur und Versorgungsketten zu erwarten, solange keine Deeskalation eintritt.