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Stadler zieht Beschwerde gegen SBB‑Auftrag an Siemens zurück

Der Zugbauer beendet sein Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht im Streit um einen Rahmenvertrag über bis zu 200 Doppelstockzüge.

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Titelbild: Stadler zieht Beschwerde gegen SBB‑Auftrag an Siemens zurück
Stadler nennt stark geschwärzte Vergabeakten als Grund für den Rückzug und kritisiert die Bewertung durch die SBB zugunsten von Siemens.

Nach Angaben von Stadler Rail hat das Unternehmen seinen Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Vergabe eines Rahmenvertrags der Schweizerischen Bundesbahnen an Siemens zurückgezogen. Der Schritt erfolgte am 7. April; betroffen ist ein Auftrag über bis zu 200 Doppelstockzüge, für den Siemens im November 2025 den Zuschlag erhalten hatte.

Im Mittelpunkt der Begründung steht nach Darstellung von Stadler die mangelhafte Akteneinsicht: Die dem Gericht übergebenen Unterlagen seien in weiten Teilen stark geschwärzt gewesen. Dadurch fehlten dem Zugbauer entscheidende Hinweise, mit denen sich die Vergabeentscheidung sachlich und rechtlich hinreichend prüfen ließe, so das Unternehmen. Ohne ungeschwärzte Dokumente lasse sich der Kern des Rechtsstreits nicht weiterverfolgen.

Zugleich übte Stadler scharfe Kritik an der SBB. Das Unternehmen wirft der Bahn vor, ihren Ermessensspielraum bei der Angebotsbewertung klar zugunsten des siegreichen Siemens-Angebots genutzt zu haben. Konkrete Details zu einzelnen Bewertungskriterien oder gewichteten Punkten nannte Stadler nicht; aus den übergebenen Akten seien hierfür zudem kaum belastbare Hinweise ersichtlich gewesen.

Siemens hatte den Zuschlag für das Projekt bereits im November 2025 erhalten; das Investitionsvolumen wird mit rund zwei Milliarden Schweizer Franken beziffert. Mit dem Rückzug beendet Stadler vorerst den öffentlich bekannten Rechtsweg gegen diese Vergabeentscheidung. Ob das Unternehmen weitere rechtliche oder vertragliche Schritte gegen die Vergabeordnung oder gegen die SBB prüft, wurde nicht mitgeteilt.

Die Entscheidung markiert einen vorläufigen Schlusspunkt in einem Konflikt, der die Schweizer Bahnbranche über Monate beschäftigt hatte. Für die SBB bleibt die Vergabe an Siemens damit bestehen; über mögliche Auswirkungen auf Lieferfristen, technische Spezifikationen oder den Umfang des Projekts enthielt die Mitteilung keine Angaben. Gleichzeitig bleibt offen, ob weitere Einsprüche seitens anderer Beteiligter folgen werden.