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Südkoreas Notenbank hält Zins bei 2,50% und zeigt erstmals Dot-Plot für den 6‑Monats‑Ausblick

Die Bank of Korea belässt den Leitzins bei 2,50 Prozent und veröffentlicht erstmals ein Dot-Plot, das mehrheitlich eine unveränderte Geldpolitik für die nächsten sechs Monate signalisiert.

JKCM Desk 2 Min Lesezeit
Titelbild: Südkoreas Notenbank hält Zins bei 2,50% und zeigt erstmals Dot-Plot für den 6‑Monats‑Ausblick
  • Der Basissatz bleibt bei 2,50 Prozent; der Beschluss fiel einstimmig.
  • Im ersten Dot-Plot liegen 16 von 21 Punkten bei 2,50 Prozent, vier bei 2,25 und einer bei 2,75.
  • Die Wachstumsprognose für 2026 wurde auf 2,0 Prozent angehoben (zuvor 1,8).
  • Für 2026 sieht die Notenbank die Inflation bei 2,2 Prozent und die Kerninflation bei 2,1 Prozent.
  • Als Hauptrisiken nennt die Bank Finanzstabilität, Immobilienpreise und Unsicherheit im außenwirtschaftlichen Umfeld.

Die südkoreanische Zentralbank hat ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge unverändert gelassen. Der geldpolitische Ausschuss der Bank of Korea (BOK) hielt den Base Rate am 26. Februar bei 2,50 Prozent und begründete den Schritt mit einer Inflation nahe dem Ziel, einer konjunkturellen Aufhellung durch Exporte sowie anhaltenden Risiken für die Finanzstabilität.

Neu ist vor allem die Kommunikation: Erstmals veröffentlichte die BOK ein Dot-Plot‑Diagramm mit anonymisierten Zinserwartungen der geldpolitischen Entscheidungsträger für die kommenden sechs Monate. In der Verteilung liegen 16 von 21 Punkten beim aktuellen Zinsniveau von 2,50 Prozent; vier Punkte signalisieren 2,25 Prozent und ein Punkt 2,75 Prozent. Das Bild unterstreicht: Die Mehrheit rechnet kurzfristig mit einer Pause, hält aber sowohl Spielraum für eine Senkung als auch für eine Anhebung offen.

In ihren aktualisierten Projektionen hat die Zentralbank zugleich den Wachstumsausblick für 2026 nach oben gesetzt. Die BOK erwartet nun ein reales BIP‑Wachstum von 2,0 Prozent, nachdem sie zuvor 1,8 Prozent angesetzt hatte. Als Stütze nennt die Bank robuste Ausfuhren – insbesondere in Technologiebereichen – während sie bei der Binnennachfrage weiter auf Schwächen etwa im Bau‑ und Investitionsumfeld verweist.

Beim Preisbild sieht die BOK die Verbraucherpreisinflation 2026 bei 2,2 Prozent (zuvor 2,1 Prozent) und die Kerninflation bei 2,1 Prozent (zuvor 2,0 Prozent). Für Januar lag die gemessene Inflation laut Bank bei 2,0 Prozent, die Kernrate ebenfalls bei 2,0 Prozent. Die mittelfristigen Inflationserwartungen der Haushalte werden im Statement mit 2,6 Prozent angegeben.

Die Notenbank betont, dass sie die Entwicklung der Finanzierungsbedingungen und der Vermögensmärkte eng überwachen will. Im Fokus stehen insbesondere die Kreditdynamik der privaten Haushalte und die Immobilienmärkte im Großraum Seoul. Gleichzeitig verweist die BOK auf Unsicherheiten im außenwirtschaftlichen Umfeld – etwa bei Handelspolitik und globalen Zinsdifferenzen – die sich über Wechselkurskanäle auf die heimische Inflation und die Kapitalflüsse auswirken können.

Für Unternehmen und Kreditnehmer bedeutet das: Kurzfristig sinkt die Wahrscheinlichkeit schneller Zinssenkungen, während die neue, datengetriebene Transparenz die Erwartungsbildung an den Märkten verändern dürfte. Der Dot-Plot macht sichtbar, wie breit die Bandbreite der internen Einschätzungen ist – und dass eine Stabilisierungspolitik aktuell Vorrang vor einem erneuten Lockerungszyklus hat.