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Trump‑EPA will strengere Regeln für krebserregendes Ethylenoxid aufheben und Befugnisse der Behörde einschränken

Eine Harvard‑Analyse und Umweltexperten warnen, dass die Rücknahme der 2024er Regeln zu deutlich höheren Ethylenoxid‑Emissionen und einer dauerhaften Beschränkung der EPA‑Befugnisse führen könnte.

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Titelbild: Trump‑EPA will strengere Regeln für krebserregendes Ethylenoxid aufheben und Befugnisse der Behörde einschränken
Die geplante Aufhebung könnte Emissionen des hochtoxischen Gases steigen lassen und die EPA daran hindern, künftige wissenschaftliche Erkenntnisse bei Regelverschärfungen zu berücksichtigen.

Nach Angaben einer neuen Analyse plant die Trump‑Administration die Rücknahme der 2024 vom Biden‑EPA erlassenen strengeren Regeln für Ethylenoxid (EtO). Damit soll demnach nicht nur ein konkreter Grenzwert aufgehoben werden, sondern auch die grundsätzliche Fähigkeit der Umweltschutzbehörde eingeschränkt werden, spätere wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Vorschriften einfließen zu lassen.

Im Mittelpunkt der Debatte steht EtO, ein farb‑ und geruchloses Gas, das unter anderem zur Sterilisierung von medizinischen Geräten und bestimmter Lebensmittel eingesetzt wird. Neuere Forschungsergebnisse kommen zu dem Ergebnis, dass EtO etwa 60‑mal krebserregender ist als bei der letzten Neubewertung 2006 angenommen wurde, weshalb das Biden‑EPA 2024 Regelungen verabschiedet hatte, die die Emissionen der nationalen EtO‑Verursacher laut Agentur um rund 90 Prozent senken sollten.

Zugleich hätte die 2024er Regel Maßnahmen wie kontinuierliche Emissionsüberwachung und die Kontrolle sogenannter flüchtiger Emissionen an 89 Anlagen vorgeschrieben. Die Regierung führt Wirtschaftlichkeit als Begründung für die Aufhebung an: Unternehmen könnten demnach rund 47 Millionen Dollar pro Jahr einsparen. Die Trump‑EPA hat nach der Analyse allerdings aufgehört, Kosten zu berücksichtigen, die mit steigenden Krebsfällen verbunden wären, sodass die gesellschaftlichen Folgekosten unklar bleiben.

Historisch betrachtet setzte die EPA erstmals 1994 Emissionsstandards für EtO und schloss 2006 eine Residual‑Risk‑Überprüfung ab. Die Co‑Autoren der Harvard‑Analyse sehen in der neueren Forschung Hinweise, dass frühere Bewertungen die Gefährdung deutlich unterschätzt haben und weitere behördliche Prüfungen gerechtfertigt wären. Sollte die aktuelle Rechtsauslegung der Regierung Bestand haben, wäre die EPA künftig deutlich eingeschränkter darin, auf geänderte wissenschaftliche Erkenntnisse zu reagieren.