Trump wirft Italiens Giorgia Meloni Mangel an Mut vor nach Aussetzung eines Verteidigungsabkommens
US‑Präsident Donald Trump kritisiert in einem Interview mit der Corriere della Sera die italienische Regierungschefin scharf, nachdem Rom die automatische Erneuerung eines Verteidigungsabkommens mit Israel ausgesetzt hat.
Nach Angaben des US‑Präsidenten zeigte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni keinen Mut, weil sie sich nicht den von Washington geforderten Angriffen auf Iran angeschlossen habe. Die Äußerungen fielen in einem Interview mit der Corriere della Sera und folgten der Ankündigung Roms, die automatische Verlängerung seines Verteidigungskooperationsabkommens mit Israel auszusetzen.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Entscheidung Italiens, das 2016 vereinbarte Memorandum nicht automatisch zu verlängern. Die Regierung begründete die Aussetzung mit der aktuellen Lage; dies löste in Italien intensive innenpolitische Diskussionen und wachsenden Druck auf die Führung Melonis aus.
Nach dem Schritt verstärkten sich in Teilen der Analyse Zweifel an der Führung der Ministerpräsidentin. Beobachter werteten das Ergebnis eines jüngsten Justizreferendums teilweise als Ausdruck schwindenden Vertrauens in die Regierung, und Kritiker sehen in der Aussetzung des Abkommens eine Reaktion auf die zunehmende öffentliche Unzufriedenheit mit der italienischen Position zur Lage im Nahen Osten.
Zugleich hat die Konfrontation zwischen Washington und Rom die seit längerem bestehende persönliche und politische Nähe zwischen Meloni und dem US‑Präsidenten merklich belastet. Direkte Angriffe des Präsidenten auf die italienische Regierungschefin sowie frühere kontroverse Äußerungen gegenüber anderen bedeuteten eine deutliche Verschiebung in den Beziehungen.
Daneben verschärft die Diskussion über die Rolle Italiens in sicherheitsrelevanten Fragen eine ohnehin angespannte innenpolitische Lage. Die Debatte dreht sich nicht nur um Bilaterales mit Israel, sondern auch um die Folgen einer außenpolitischen Neuorientierung für Wirtschaft und öffentliche Stimmung in Italien.