UBS-Chef Ermotti könnte demnach bis weit ins Jahr 2027 im Amt bleiben
Regulatorische Unklarheiten und das Fehlen eines klaren internen Favoriten verzögern die Entscheidung über Sergio Ermottis Nachfolge.
Nach Angaben von Kreisen im Umfeld der Bank hat das Fehlen eines eindeutig geeigneten internen Nachfolgers den Verwaltungsrat veranlasst, eine schnelle Personalentscheidung zu vermeiden. Teile des Gremiums erwägen demnach offen die Option, bei ungeeigneten internen Kandidaten extern zu rekrutieren. Zuvor wolle die Bank abwarten, welche konkreten Vorgaben zu Kapital und Risikopositionen von den Aufsichtsbehörden verbindlich würden.
Im Mittelpunkt steht zudem die Frage, wie sich künftige regulatorische Anforderungen auf die Kapitalplanung und die Führung des Hauses auswirken. Die anstehenden Änderungen hätten Einfluss darauf, welche Profile für die Konzernspitze passend erscheinen. Vor diesem Hintergrund sei der Verwaltungsrat bestrebt, die aufsichtsrechtliche Lage zu klären, bevor er eine Entscheidung über die Nachfolge trifft.
Nach dem Schritt, seine Fortsetzung an der Spitze zu signalisieren, hatte Ermotti wiederholt betont, eine interne Lösung zu bevorzugen; Ende März erklärte der 65‑Jährige, er wolle mindestens bis April 2027 im Amt bleiben. Eine Verlängerung seiner Amtszeit würde der Bank nach Einschätzung von Insidern mehr Zeit verschaffen, interne Talente gezielt weiterzuentwickeln oder parallel externe Kandidaten zu sondieren, ohne kurzfristig die Leitung zu wechseln.
Zugleich könnten sich die Folgen einer verlängerten Amtszeit auf verschiedene Ebenen zeigen: Sie reiche von einer längeren Aufbauphase für potenzielle Nachfolger bis zu einer fokussierteren Suche nach externem Management, wenn interne Bewerber nicht die nötige Erfahrung mitbringen. Unterdessen wolle der Verwaltungsrat offenbar erst Klarheit über die regulatorischen Rahmenbedingungen gewinnen, um die strategische und aufsichtsrechtliche Situation vor einer finalen Personalentscheidung zu bewerten.