UK will auf Importverbote für Foie gras und Pelze verzichten, um EU-Handelsgespräche zu erleichtern
Regierung streicht Foie-gras-Verbot aus ihrem Tierschutzplan und verzichtet vorerst auf ein Einfuhrverbot für Pelz; Tierschützer zeigen sich enttäuscht.
Nach Angaben von Gesprächsteilnehmern will die britische Regierung ihr Wahlversprechen, Importe von Foie gras zu verbieten, nicht weiterverfolgen und sich auch nicht zu einem Einfuhrverbot für Pelz verpflichten. Der Schritt fällt in die laufenden Verhandlungen mit der EU über ein Handelsabkommen, in denen diese Verbote von der anderen Seite als harte Bedingung gesehen wurden und andere Themen als vorrangig gelten.
Im Mittelpunkt der Entscheidung steht, dass ein Foie-gras-Verbot nicht in den jüngst vorgestellten Tierschutzplan aufgenommen wurde. Zur Frage eines Pelzverbots veröffentlichte die Regierung Ende März eine Antwort auf eine Konsultation, verpflichtete sich jedoch nicht zu einem sofortigen Importstopp und kündigte stattdessen die Einrichtung einer Arbeitsgruppe an, die die Pelzindustrie untersuchen soll.
Nach dem Schritt äußerten Vertreter von Tierschutzorganisationen scharfe Kritik und bezeichneten die Entscheidung als bittere Enttäuschung. Sie bemängeln, dass Großbritannien zwar die Produktion von Foie gras und die Pelzzucht im Inland verboten hat, die Produkte aber weiterhin überwiegend aus EU-Ländern importiert und im Einzelhandel sowie in der Gastronomie angeboten werden.
Zugleich nannten Verhandlungskreise wirtschaftliche Prioritäten als Begründung: Themen wie Regelungen zur präzisen Pflanzenzüchtung würden in den Gesprächen eine höhere Priorität besitzen und könnten größere wirtschaftliche Vorteile bringen als Einfuhrbeschränkungen für Foie gras und Pelz. Ein Abkommen mit der EU würde London zudem erneut zur Gewährung einer Ausnahmeregelung gegenüber EU-Recht zwingen, sollte es solche Importverbote durchsetzen wollen.
Kritiker wiesen darauf hin, dass die Entscheidung grundlegende Fragen zum Umgang mit Tierschutz im internationalen Handel berühre. Beobachtete Marktreaktionen, unter anderem der Rückzug einzelner Anbieter aus dem Foie-gras-Verkauf in den vergangenen Jahren, wurden als Hinweis auf veränderte Verbraucherpräferenzen angeführt. Forderungen von Verbänden nach klaren und konkreten Maßnahmen blieben bestehen.