Ukraine meldet 469 Verstöße gegen von Putin angeordnete Osterwaffenruhe
Der Generalstab meldet Hunderte Drohnenangriffe, 153 Beschussfälle und 22 Erstürmungen während der 32‑stündigen Osterwaffenruhe; Moskau äußerte sich zunächst nicht.
- Kiew dokumentiert 469 Verletzungen der Feuerpause
- in Nowa Kachowka wurde mindestens eine Person nach Drohnenangriffen verletzt.
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs registrierte Kiew 469 Verstöße gegen die von Präsident Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest. Die Militärführung zählte demnach Hunderte Angriffe mit Drohnen, 153 Fälle von Beschuss sowie 22 Erstürmungen und veröffentlichte diese Zwischenbilanz am Abend.
Die Feuerpause war für 32 Stunden bis zum Sonntagabend vorgesehen und sollte den Menschen in beiden Ländern ermöglichen, das Fest zu begehen. Der Kreml hatte die Maßnahme zuvor als humanitäre Geste dargestellt. Eine formelle Aufkündigung der Waffenruhe durch eine der Seiten nannten die ukrainischen Behörden nicht.
Gleichzeitig berichtete die Stadtverwaltung der von Russland kontrollierten südukrainischen Stadt Nowa Kachowka im Gebiet Cherson kurz nach Beginn der Feuerpause von Drohnenangriffen. Demnach wurde mindestens eine Person verletzt; auf eine Stellungnahme aus Moskau warteten die Behörden zunächst.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vor dem Osterfest die Hoffnung geäußert, die Waffenruhe könne funktionieren und im besten Fall über die Feiertage hinaus Bestand haben. Zugleich warnte er Russland, dass die ukrainischen Streitkräfte sich das Recht auf symmetrische Reaktionen vorbehalten würden, falls Angriffe fortgesetzt würden.
In der Vergangenheit waren zeitlich begrenzte Feuerpausen wiederholt von massenhaften Verstößen begleitet. Die aktuellen Angaben des Generalstabs dokumentieren eine erneute Eskalation während einer formal vereinbarten Pause und machen die Schwierigkeiten deutlich, Vereinbarungen auf dem Schlachtfeld dauerhaft durchzusetzen.
Die Darstellung des Generalstabs liefert eine detaillierte interne Zählung der mutmaßlichen Verstöße, während eine unabhängige Bestätigung der einzelnen Vorfälle bislang nicht vorlag. Unterdessen blieb eine offizielle Reaktion aus Moskau auf die Vorwürfe aus Kiew aus, sodass Aussagen beider Seiten für die unmittelbare Lagebeurteilung weiter nebeneinanderstehen.