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UNHCR: Iran‑Konflikt treibt Frachtraten hoch und behindert Hilfslieferungen

Höhere Transportkosten, geringere Kapazitäten und geänderte Routen erschweren UNHCR die Versorgung von Flüchtlingen in der Region und in Teilen Afrikas.

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Titelbild: UNHCR: Iran‑Konflikt treibt Frachtraten hoch und behindert Hilfslieferungen
  • Frachtraten aus Indien, Pakistan und China stiegen um knapp 18%
  • die Reaktionsfähigkeit von Transportanbietern sank deutlich von 97% auf 77%.

Nach Angaben der UN‑Flüchtlingsorganisation haben die Kämpfe rund um Iran die Frachtraten für humanitäre Lieferungen deutlich in die Höhe getrieben und damit die Versorgung von Flüchtlingen in der Region sowie Teilen Afrikas belastet. Die Preise für Seefracht aus den drei wichtigsten Beschaffungsländern Indien, Pakistan und China stiegen demnach um nahezu 18 Prozent, während gleichzeitig Verzögerungen und Hafenüberlastungen die Lieferketten zusätzlich hemmen.

Im Mittelpunkt der Reaktion steht eine Umstellung der Logistik: Die UNHCR leitet Seefrachten über den jordanischen Rotmeerhafen Aqaba um und verlagert Teile der Versorgung auf Landkorridore. Dazu gehören verstärkte Lkw‑Transporte von Dubai über die Arabische Halbinsel sowie Transporte über die Türkei, um Staus und Sperren auf den bisherigen Seewegen zu umgehen.

Zugleich hat sich die Einsatzbereitschaft der üblichen Transportanbieter erheblich verringert. Ihre Fähigkeit, auf Anfragen zu reagieren, sei von 97 Prozent zu Jahresbeginn auf 77 Prozent gesunken. Als Folge haben sich die Kosten für einzelne Sendungen mehr als verdoppelt: Die Transportkosten für Hilfsgüter aus den globalen Beständen in Dubai zu Einsätzen im Sudan und im Tschad stiegen demnach von rund 927.000 US‑Dollar auf etwa 1,87 Millionen US‑Dollar.

Daneben belasten steigende Treibstoffpreise und höhere Prämien für Kriegsrisikoversicherungen die Mittel für Hilfsmaßnahmen und verringern den Spielraum vor Ort. Afrika sei besonders betroffen: In Kenia, einem von sieben globalen Lagerstandorten, führten höhere Kraftstoffkosten bereits zu Verzögerungen und zu einer geringeren Verfügbarkeit von Lkw für Lieferungen nach Äthiopien, in die Demokratische Republik Kongo und in den Südsudan.

In Sudan habe sich die Kostenlage für Lieferungen in den vergangenen Monaten verdoppelt, heißt es weiter. Die Umleitung von Sendungen um das Kap der Guten Hoffnung verlängere die Lieferzeiten um bis zu 25 Tage, was die rasche Versorgung von Bedürftigen zusätzlich erschwere. Wenn die Instabilität in der Region anhalte, drohten weitere Kostensteigerungen, längere Verzögerungen und eine eingeschränkte Transportkapazität, die humanitäre Operationen zusätzlich beschränken könnten.