Urgewald kritisiert Erste Group wegen angeblicher Abschwächung von Klimakriterien
Die Umweltorganisation Urgewald wirft der Erste Group vor, ihre Regeln zur Kreditvergabe an fossile Energien deutlich gelockert zu haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück und betont, an ihren Richtlinien festzuhalten.
Nach Angaben der Umwelt-NGO Urgewald hat die Erste Group ihre internen Vorgaben zur Finanzierung fossiler Rohstoffe nach Ansicht der Organisation substanziell aufgeweicht. Die NGO erhebt damit schwere Vorwürfe gegen eines der größten Institute in Zentral- und Osteuropa und stellt die Glaubwürdigkeit der bisherigen Klimaausrichtung der Bank infrage.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage, wie restriktiv eine Großbank bei der Kreditvergabe an Projekte und Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft agieren muss, um Klimaziele und eigene Nachhaltigkeitsversprechen zu erfüllen. Urgewald sieht in einer von ihr angenommenen Lockerung der Regeln ein Risiko für die Klimabilanz der Erste Group sowie für das Vertrauen von Investoren und Öffentlichkeit.
Gleichzeitig betont die Erste Group, die Behauptungen seien unzutreffend. Die Bank weist die Darstellungen der NGO zurück und signalisiert, an den veröffentlichten Finanzierungsrichtlinien und deren Umsetzung festzuhalten. Konkrete Details zu den strittigen Punkten nennt das Institut in der vorliegenden Stellungnahme nicht.
Inzwischen hat die Debatte über die Standards von Finanzinstituten bei der Finanzierung fossiler Rohstoffe an Gewicht gewonnen und wird Teil einer breiteren öffentlichen Diskussion über die Rolle der Banken beim Übergang zu einer klimafreundlicheren Wirtschaft. Daneben bleibt unklar, welche konkreten Änderungen Urgewald in den internen Richtlinien der Erste Group identifiziert haben will und welche direkten Konsequenzen mögliche Abweichungen für Kunden- und Marktbeziehungen der Bank hätten.