US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot im Pazifik tötet drei Menschen
Die US-Südkommandoführung veröffentlichte Videoaufnahmen des Luftangriffs; juristische und ethische Bedenken an der Rechtmäßigkeit der Einsätze bleiben bestehen.
- Drei Männer starben bei einem US-Angriff auf ein Boot im östlichen Pazifik
- die Opferzahl der Kampagne steigt damit auf mindestens 185.
Nach Angaben des US-Militärs töteten Streitkräfte drei Männer bei einem Angriff auf ein Boot im östlichen Pazifik, das nach Darstellung der Kommandostelle in Drogenhandelsoperationen verwickelt gewesen sei. Die Südkommandoführung veröffentlichte ein kurzes Video, das ein schnell fahrendes Fahrzeug auf dem Wasser zeigt, bevor eine Explosion das Boot in Flammen setzt.
Im Mittelpunkt der Darstellung des Militärs steht die Behauptung, das getroffene Boot sei von sogenannten Designated Terrorist Organizations betrieben worden und habe sich auf bekannten Routen des Drogenhandels befunden. Zugleich teilte die Kommandostelle mit, dass es bei dem Einsatz keine Verletzten unter US-Streitkräften gegeben habe.
Nach dem Schritt erhöht sich die Zahl der Todesopfer in der seit Monaten laufenden Kampagne gegen mutmaßliche Drogenboote auf mindestens 185. Die Angriffe auf solche Wasserfahrzeuge hatten im Vorjahr begonnen, parallel zu einem Ausbau der US-Militärpräsenz in der Region.
Gleichzeitig bleibt umstritten, ob die getroffenen Boote tatsächlich in den Drogenhandel involviert waren. Die Regierung hat die Einsätze als Reaktion auf eine angebliche bewaffnete Auseinandersetzung mit Kartellen gerechtfertigt; eine öffentlich vorgelegte, eindeutige Beweislage, die die Beteiligung der betroffenen Boote am Drogenhandel zweifelsfrei nachweist, wurde bislang nicht präsentiert.
Daneben warnen Rechtswissenschaftler und Menschenrechtsorganisationen, die Angriffe könnten extrajudizielle Tötungen darstellen, weil offenbar auch Zivilisten betroffen gewesen sein könnten, die keine unmittelbare Gefahr für US-Streitkräfte dargestellt hätten. Kritiker sehen in der Ausweitung der Operationen offene rechtliche und ethische Fragen, die bislang nicht abschließend geklärt sind.
Unterdessen erinnert der Einsatz an eine Reihe früherer Maßnahmen der US-Regierung in der Region, darunter eine Razzia in den Monaten zuvor, die zur Verhaftung eines ehemaligen venezolanischen Präsidenten führte und den Ton für eine härtere Gangart gegenüber mutmaßlichen Drogenhandlungen setzte.