VAE untersuchen Drohnenangriff auf Atomkraftwerk Barakah
Ein Drohnenangriff löste im Inneren des Kraftwerks einen Brand in einem Generator aus; die Regierung nennt den Vorfall einen unprovozierten Terrorakt und berichtet von einer Anflugrichtung aus Westen.
- Die Emirate drohen mit entschiedenen Gegenmaßnahmen zum Schutz ihrer Souveränität
- internationale Stellen und die Nuklearbranche fordern verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für zivile Energieanlagen.
Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate dauern die Ermittlungen zu dem am Sonntag verübten Drohnenangriff auf das Atomkraftwerk Barakah an. Die Regierung bezeichnete das Geschehen als unprovozierten Terrorangriff und teilte mit, die Drohne sei aus Richtung der westlichen Landesgrenze eingedrungen.
Im Inneren des Kraftwerksareals brach durch den Angriff ein Feuer in einem elektrischen Generator aus. Es gab nach bisherigen Mitteilungen keine Verletzten, und es seien keine Auswirkungen auf die Strahlensicherheit festgestellt worden. Das Kraftwerk bleibe demnach in einem sicheren Betriebszustand.
Gleichzeitig betonte die Regierung, die VAE würden Bedrohungen für ihre Sicherheit und Souveränität nicht hinnehmen und behielten sich alle legitimen politischen, diplomatischen und militärischen Mittel zur Reaktion vor. Sultan Ahmed Al Jaber, Minister für Industrie und fortgeschrittene Technologien und zugleich Chef des staatlichen Ölkonzerns ADNOC, erklärte, die Entschlossenheit des Landes wachse infolge des Angriffs. Er charakterisierte das Anvisieren von Barakah als terroristischen Akt gegen ein zivilen Infrastrukturprojekt, das Energie für Haushalte, Krankenhäuser und Betriebe liefere.
Zugleich verurteilten mehrere Staaten der Region den Angriff als schwere Verletzung des Völkerrechts und als Gefahr für die regionale Sicherheit. Die Erklärungen reichten über mehrere Golfstaaten hinaus; Forderungen nach Schutz kritischer Energieinfrastruktur wurden laut und erhielten internationale Unterstützung.
Die World Nuclear Association, die Interessen der Nuklearbranche vertritt, erklärte, das Atomkraftwerk arbeite sicher, und rief dazu auf, militärische Aktivitäten in der Nähe von Kernkraftwerken und anderen zivilen Energieanlagen zu unterlassen. Die Organisation würdigte die Rolle der Internationalen Atomenergiebehörde bei der Berichterstattung zu Vorfällen dieser Art und erinnerte an die Verpflichtungen des Völkerrechts.
Die VAE-Behörden setzen ihre Untersuchungen zur Herkunft der Drohne und zu den Umständen des Angriffs fort. Mehrere offizielle Stellen und internationale Akteure forderten zugleich verstärkte Schutzmaßnahmen für kritische Energieinfrastruktur, während die Emirate ihre Bereitschaft zu entschiedenen Gegenmaßnahmen bekräftigten. Die Ermittlungen und die Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen dürften die regionale Sicherheitsdebatte weiter anstoßen.