Wifo fordert Senkung von CO2-Abgaben — IWF warnt vor verfälschtem Preissignal
Wifo sieht CO2-Kosten als Treiber hoher einheitlicher Großhandelspreise; der IWF warnt, dass eine Absenkung das Preissignal für Investitionen verzerren könnte.
- Wifo argumentiert, dass CO2‑Zertifikate bei fossilen Kraftwerken die Strompreise anheben
- der IWF mahnt, dass eine Senkung die marktwirtschaftlichen Anreize für den Ausbau klimafreundlicher Erzeugung schwächen könnte.
Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo verlangt die Einrichtung eine Absenkung der Abgaben auf CO2‑Emissionen im Stromsektor. Das Institut führt an, dass die Kosten für CO2‑Zertifikate fossiler Kraftwerke den einheitlichen Großhandelspreis nach oben treiben und damit die Verbraucherpreise belasten, obwohl der Anteil erneuerbarer Erzeugung steigt.
Zugleich hebt das Wifo hervor, dass erneuerbare Kraftwerke im Betrieb kaum laufende Kosten verursachen. Diese Differenz zwischen den vergleichsweise hohen Grenzkosten fossiler Erzeugung — unter anderem durch Ausgaben für CO2‑Zertifikate — und den niedrigen Grenzkosten von Wind- und Solaranlagen führe dazu, dass der einheitliche Marktpreis in Zeiten fossiler Einspeisung spürbar ansteige.
Im Mittelpunkt der Debatte steht demnach ein Zielkonflikt zwischen kurzfristiger Entlastung der Strompreise und der Aufrechterhaltung langfristiger Marktanreize für Klimaschutz sowie für Investitionen in Kraftwerkskapazitäten. Wifo betont die Belastung durch aktuelle CO2‑Kosten für fossile Kraftwerke als Argument für eine Reform der Abgabenstruktur.
Inzwischen warnt der Internationaler Währungsfonds vor möglichen negativen Effekten einer Absenkung: Ein geringerer CO2‑Preis könne das Preissignal verfälschen und damit unerwünschte Anreize für Investoren setzen. Damit drohe, so die Warnung, die Wirksamkeit marktwirtschaftlicher Mechanismen zur Förderung emissionsärmerer Technologien zu schwinden.
Daneben spielt die steigende Bedeutung von Wind- und Solarstrom eine Rolle bei der Diskussion um die Strommarktregulierung. Die konträren Prioritäten — kurzfristige Preisentlastung auf der einen Seite, Sicherung eines verlässlichen, marktbasierten Preissignals für die Energiewende auf der anderen — prägen damit die aktuellen Vorschläge und die Debatte um mögliche Anpassungen des Systems.