Worst Case eingetreten: Schiff von Wiener Kult-Kapitän Franz Scheriau gesunken
Die MS Ana sank am Osterwochenende in der Donau und wurde von der Feuerwehr geborgen. Eine weitere Fähre aus Scheriaus Flotte fehlt seit Wochen.
Nach Angaben des Kapitäns Franz Scheriau sank sein Passagierschiff MS Ana am Osterwochenende in der Donau und wurde von der Feuerwehr gehoben. Das Schiff steht inzwischen an der Donaulände, nachdem zuvor nur noch der Mast sichtbar gewesen sei.
Zugleich suchten Einsatzkräfte mit Sonar, Tauchern und einem Hubschrauber nach der seit Wochen vermissten Fähre Novara; gefunden wurde sie bislang nicht. Der Blick der Einsatzteams konzentriert sich derzeit auf das an Land gebrachte Schiff MS Ana, während die Herkunft des Verschwindens der Novara ungeklärt bleibt.
Im Mittelpunkt der Debatte steht Scheriaus Verdacht auf vorsätzliche Beschädigung: Er schildert, an der Hülle der Ana kein Leck gefunden zu haben, und hält Sabotage für möglich. Seine Aussagen umfassen zudem die Beobachtung, Wasser sei beim Test nicht aus dem Rumpf ausgetreten, weshalb er einen gewaltsamen Eingriff vermutet.
Daneben ist der Vorfall eingebettet in einen länger schwelenden Rechtsstreit um Liegeplätze und Versicherungen. Scheriau hat nach eigenen Angaben noch keinen unterschriebenen Pachtvertrag mit dem Wiener Hafen; als zentrale Hürde gilt das Fehlen einer Versicherung. Sein Anwalt führt an, dass Versicherer Schiffe häufig nur versichern, wenn diese fahrtüchtig sind, was bei einigen der Boote nicht mehr der Fall sei.
Zugleich bestätigte der Sprecher des Wiener Hafens, dass bislang kein Vertrag unterzeichnet worden sei, und bezeichnete das Sinken als eingetretenen Worst Case, weil das betroffene Schiff ohne Berge- und Umweltversicherung gesunken sei. Die Magistratsabteilung MA 45 wies darauf hin, dass die betroffenen Schiffe weiterhin zugelassen blieben, solange die Zulassung erneuert werde; auffällig sei, dass die Ana zum Zeitpunkt des Vorfalls noch eine gültige Zulassung hatte.
Inzwischen bleibt offen, wie Kosten für Bergung oder mögliche Schadensfolgen zwischen Kfz-, Hafen- und anderen Seiten verteilt werden. Der Vorfall hat die langjährigen Spannungen zwischen Scheriau, dem Hafen und den Behörden wieder verschärft; der Hafensprecher betonte zugleich die grundsätzliche Bereitschaft, über einen Pachtvertrag zu verhandeln. Konkrete Entscheidungen zur künftigen Handhabung der verbleibenden Schiffe sollen erst nach Abschluss der Bergungsarbeiten und Prüfungen fallen.