Zelenskyj bietet ukrainische Drohnen- und Elektronische‑Krieg‑Expertise zur Öffnung der Straße von Hormus an
Kiew signalisiert Bereitschaft, mit maritimen Drohnen, Luftabwehr und elektronischer Kriegsführung Handelsschiffe im Golf zu schützen; bisher keine offizielle Anfrage erhalten.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Zelenskyj ist die Ukraine bereit, beim Freihalten der Straße von Hormus zu helfen und ihre Erfahrungen aus dem Schutz maritimer Korridore anzubieten. Kiew sieht Parallelen zwischen dem 2022 initiierten Food‑Security‑Corridor im Schwarzen Meer und der aktuellen Lage im Golf; beide Fälle beträfen die Sicherheit von Handelsrouten unter Kriegsbedingungen. Die ukrainische Führung betont, dass Kriegshandlungen und Verhandlungen zur Wiederöffnung parallel geführt werden könnten und dass technisches Know‑how hier nützlich sein könne.
Im Mittelpunkt der angebotenen Hilfe stehen nach Darstellung ukrainischer Verantwortlicher unbemannte Oberflächenfahrzeuge, First‑Person‑View‑Angriffs‑ und Abfangdrohnen sowie elektronische Kriegsführungssysteme zur Abwehr shahed‑ähnlicher Drohnen. Diese Systeme würden bereits in der Ukraine in verschiedenen Rollen eingesetzt — etwa zur Begleitung ziviler Konvois, zur Bekämpfung gegnerischer maritimer Ziele oder zur Unterstützung von Luftabwehrmaßnahmen — und ließen sich demnach für Schutzaufgaben in engen Seeengen anpassen.
Zugleich nennt Kiew konkret die praktischen Anforderungen für eine Entsperrung der Straße von Hormus: Minenräumung, Unterdrückung von Küstenbedrohungen und vor allem der Echtzeitschutz von Schiffen gegen schnelle Drohnenangriffe. Gerade in Abschnitten, in denen Handelsschiffe sehr nahe an der iranischen Küste vorbeifahren, sei das Zeitfenster für Abwehrmaßnahmen extrem kurz. Aus dieser Perspektive hält die Ukraine ihre Erfahrung mit der Abwehr kostengünstiger, kurzreichweitiger Drohnen für besonders relevant.
Daneben betonte Zelenskyj, dass die Ukraine bislang keine direkte Anfrage aus den USA oder von Golfstaaten erhalten habe; bislang sei es bei Ersuchen um einen Erfahrungsaustausch geblieben. Kiew verweist darauf, dass in jüngsten Vereinbarungen mit Golfstaaten zugesagte Lieferungen von Luftabwehr‑ und maritimen Drohnensystemen Teil eines technischen Unterstützungsangebots sein könnten, falls eine konkrete Beauftragung erfolge.
In der Darstellung der ukrainischen Seite wäre eine wirksame Absicherung des Seewegs kein Einzelakt, sondern eine Kombination aus mehreren Elementen: Interzeptoren, eskortierenden Konvois, einem integrierten elektronischen Gefechtsnetz sowie speziellen unbemannten Systemen für Begleit‑ und Abwehraufgaben. Kiew hebt hervor, dass diese Werkzeuge bereits in Einsätzen im Schwarzen Meer erprobt worden seien und deshalb für ähnliche Schutzaufgaben im Golf herangezogen werden könnten.