85 Staaten planen Konferenz in Kolumbien, um Fahrplan für Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu erarbeiten
Die First International Conference on the Just Transition Away from Fossil Fuels in Kolumbien setzt auf Mehrheitsbeschlüsse statt UN‑Konsens und legt den Schwerpunkt auf wirtschaftliche Instrumente statt bloßer Diplomatie.
Nach Angaben der Konferenzorganisatoren werden sich Ende April Minister und Vertreter aus 85 Ländern in Kolumbien treffen, um einen Fahrplan für den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle zu erarbeiten. Die First International Conference on the Just Transition Away from Fossil Fuels ist für den 28. und 29. April angesetzt und hat das Ziel, konkrete und umsetzbare Schritte zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft auszuarbeiten.
Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Wechsel im Verfahren: Anders als bei UN‑Klimaformaten, die auf Konsens setzen, sollen Beschlüsse in Kolumbien per Mehrheitsprinzip gefasst werden. Damit wollen die Initiatoren verhindern, dass eine kleine Gruppe von Petro‑staaten Beschlüsse blockiert, wie es beim Cop30 geschehen sei, als ein Vorstoß für einen globalen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen scheiterte.
Zugleich wird die Konferenz von Kolumbien und den Niederlanden gemeinsam getragen. Besprochen werden Pläne, wie ein schrittweiser Ausstieg gestaltet werden kann, ohne Beschäftigte und Regionen sozial abzufangen. Ein zentrales Thema ist dabei das schrittweise Auslaufen staatlicher Subventionen für fossile Energien; nach Angaben der Organisatoren belaufen sich diese weltweit auf etwa sieben Billionen Dollar jährlich, wobei ein sozial verträgliches Vorgehen im Fokus steht.
Daneben sind zivilgesellschaftliche Akteure, Gewerkschaften, indigene Vertreter und Sub‑nationalpolitiker eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen. Unter den geladenen Gästen befindet sich auch der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom. Erwartet wird, dass die Teilnehmenden erste actionable solutions formulieren, die in Folgekonferenzen präzisiert und von Staaten umgesetzt werden sollen.
Inzwischen hat der UN‑Generalsekretär die Internationale Energieagentur aufgefordert, eine globale Plattform zu schaffen, auf der sich öffentliche und private Akteure abstimmen können. Ziel ist es, das Zurückfahren von Investitionen in fossile Brennstoffe mit dem beschleunigten Ausbau sauberer Energiequellen zu koppeln und so Marktkräfte statt allein diplomatischer Verhandlungen wirken zu lassen.
Gleichzeitig gilt die Konferenz in Kolumbien als Prüfstein dafür, ob wirtschaftliche Bündnisse multilaterale Blockaden umgehen und tatsächlich handlungsfähige Schrittfolgen für den fossilen Ausstieg liefern können. Sollte die Veranstaltung konkrete Maßnahmen hervorbringen, könnten sich daraus weitere Treffen und nationale Umsetzungen ableiten, die den anfänglichen Fahrplan in verbindlichere Politik verwandeln.