Aachener Start-up Black Semiconductor baut erste eigene Chipfabrik in Deutschland
Das junge Aachener Unternehmen rüstet eine frühere Elektroauto-Fabrik zum Reinraum um und peilt an, noch Ende des Jahres erste Wafer zu produzieren.
- Black Semiconductor baut als erstes deutsches Start-up nach eigenen Angaben eine eigene Chipfabrik
- Ziel sind erste Wafer bis Jahresende.
Nach Angaben des Unternehmens hat das Aachener Start-up Black Semiconductor mit dem Bau einer eigenen Chipfabrik begonnen. Mitarbeitende und Bauarbeiter rückten im Frühjahr an, um eine frühere Fabrik für Elektroautos in einen Reinraum umzubauen. Firmengründer Daniel Schall nannte das Ziel, noch bis Ende des Jahres die ersten Wafer in der Hand zu halten.
Im Mittelpunkt steht damit ein ungewöhnlicher Schritt: Während bisher vor allem etablierte Konzerne in den Aufbau von Fertigungsstätten investierten, wagt hier ein junges Unternehmen den Einstieg in die kapital- und technologieintensive Produktion. Parallel entstehen derzeit Fabriken großer Anbieter in Deutschland, doch der Vorstoß eines Start-ups in diese Richtung ist selten.
Zugleich begründet Black Semiconductor den eigenen Fertigungsaufbau mit technischen Zielen. Durch eigene Produktionskapazitäten will das Unternehmen Engpässe in und zwischen Rechenzentren adressieren. Gelingt der Aufbau der Fertigung, könnten spezialisierte Chips dazu beitragen, den Datenstau in Rechenzentrumskonnektivität zu verringern und damit Leistungsengpässe bei KI-Anwendungen abzumildern.
Der Umbau der Bestandsimmobilie sieht vor, industrielle Produktionsflächen in geregelte Reinraumumgebungen zu verwandeln, die für die Herstellung halbleitender Wafer notwendig sind. Konkrete Angaben zu Produktionstechnik, Fertigungsprozessen oder geplanten Kapazitäten machte das Unternehmen nicht. Ebenso blieben Details zu Finanzierungsquellen und möglichen Partnern ungenannt.