ACI Europe warnt: Jet‑Fuel‑Engpass für EU‑Flughäfen binnen drei Wochen möglich
Der Verband der europäischen Flughäfen mahnt zu schnellen Gegenmaßnahmen: Die Blockade der Straße von Hormus gefährdet die Treibstoffversorgung und könnte den Sommerreiseverkehr in der EU empfindlich stören.
Im Mittelpunkt der Warnung stehen die ökonomischen Dimensionen: Luftverkehr generiert dem Verband zufolge 851 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt und sichert rund 14 Millionen Arbeitsplätze in Europa. Vor der Hauptreisezeit seien die möglichen Auswirkungen besonders gravierend, zumal viele Mitgliedstaaten auf Einnahmen und Belebung durch Tourismus und Geschäftsreisen setzen.
Zugleich führt ACI Europe die Störung in der Versorgungskette unmittelbar auf den Krieg in Nahost zurück. Der Konflikt habe Fracht- und Tankerwege durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gebracht und damit die Öl‑ und Treibstoffpreise deutlich nach oben getrieben. Die Internationale Luftverkehrsvereinigung registrierte laut den vorliegenden Angaben einen Anstieg der Jet‑Fuel‑Preise um 103 Prozent im Monatsvergleich; in den USA verteuerte sich Flugbenzin demnach von etwa 2,50 Dollar pro Gallone Ende Februar auf rund 4,88 Dollar Anfang April. Rohölnotierungen lagen zuletzt im Bereich der hohen 90 Dollar pro Barrel für WTI und Brent.
Inzwischen haben Airlines bereits operative Maßnahmen ergriffen, um der Krise zu begegnen. Lufthansa bildet Teams für Notfallpläne, die bis zum vorübergehenden Stilllegen von Flugzeugen reichen können. Scandinavian Airlines kündigte an, im April etwa 1.000 Flüge zu streichen, und Ryanair erklärte, bei anhaltender Kraftstoffknappheit Sommerkapazitäten reduzieren und Verbindungen absagen zu müssen.
Daneben fordert ACI Europe die Europäische Union auf, die Verfügbarkeit und eine stabile Versorgung mit Flugbenzin als vorrangigen Punkt in ihre Reaktion auf die Energiekrise zu stellen. Nur so ließen sich nach Einschätzung des Verbands schwerwiegende wirtschaftliche Folgeschäden für Mitgliedstaaten und die luftverkehrsabhängige Wertschöpfungskette vermeiden.