ACI Europe warnt: Jet‑Fuel‑Engpass für EU‑Flughäfen könnte innerhalb von drei Wochen Realität werden
Schließung der Straße von Hormus und stark gestiegene Treibstoffpreise könnten den Flugverkehr und die Sommerreisezeit in Europa massiv stören; Airlines prüfen Ausdünnung des Angebots und operative Notfallpläne.
Im Mittelpunkt der Warnung steht die bevorstehende Hauptreisezeit: ACI Europe hebt hervor, dass viele Mitgliedstaaten in den Sommermonaten auf einen wirtschaftlichen Schub durch verstärkten Flugverkehr setzen. Die Organisation macht deutlich, wie stark die Luftverkehrsanbindung in Europa wirkt; Air Connectivity generiere rund 851 Milliarden Euro an Wertschöpfung und sichere etwa 14 Millionen Arbeitsplätze, Argumente, die den möglichen Umfang wirtschaftlicher Schäden unterstreichen.
Zugleich haben steigende Energiepreise und Unterbrechungen infolge des Konflikts im Nahen Osten den Markt bereits belastet. Die faktische Sperrung der Straße von Hormus trieb Ölpreise über die 100-Dollar-Marke pro Barrel und ließ die Kosten für Flugbenzin deutlich ansteigen. Branchenangaben in dem Schreiben weisen auf einen kräftigen Anstieg der Jet‑Fuel‑Preise hin, der Fluggesellschaften unmittelbar finanziell trifft und die Betriebskosten erhöht.
Inzwischen reagieren Airlines mit verschiedenen Maßnahmen, um den Betrieb zu stabilisieren. Größere Gesellschaften bilden nach Angaben aus der Branche Notfallteams und prüfen Reservestrategien zur Anpassung von Kapazitäten; einige Fluggesellschaften stornieren bereits planmäßig Flüge und reduzieren Kapazitäten für April und die folgenden Monate. ACI Europe fordert die EU deshalb auf, die Verfügbarkeit und stabile Versorgung mit Kerosin als Priorität in der Krisenreaktion zu behandeln.
Daneben mahnt die Branche vor breiten wirtschaftlichen Folgen einer länger andauernden Versorgungskrise. Einschränkungen im Flugangebot könnten nicht nur den Tourismussektor treffen, sondern auch Lieferketten belasten und die Erholung der Luftverkehrswirtschaft nach der Pandemie erneut behindern. Die Flughäfen drängen darauf, kurzfristig politische Maßnahmen zu prüfen, um die Versorgungssicherheit in den sensiblen Sommermonaten zu gewährleisten und größere Störungen des Reiseverkehrs abzuwenden.
Gleichzeitig bleibt unübersehbar, dass die Entwicklung unmittelbare operative Herausforderungen für Flughäfen und Airlines bedeutet. Höhere Treibstoffkosten und mögliche Versorgungsengpässe erhöhen den Druck auf kurzfristige Planungen und könnten zu weiteren Kapazitätsanpassungen führen, falls sich die Passagesituation durch die Straße von Hormus nicht bald stabilisiert.