Allbirds trennt sich vom Schuhgeschäft und will als NewBird AI GPU‑Rechenkapazität anbieten
Der einst auf Nachhaltigkeit fokussierte Schuhhersteller verkauft seine Markenrechte und wandelt sich in einen Anbieter von KI‑Recheninfrastruktur; die Aktie zieht deutlich an.
Nach Angaben des Unternehmens vollzieht Allbirds einen radikalen Strategiewechsel: Die Gesellschaft gibt das Konsumgeschäft mit Schuhen auf und will künftig als Anbieter von KI‑Recheninfrastruktur operieren. Zentrales Element der Neuaufstellung ist der Verkauf der Marke und aller Schuhaktivitäten an die American Exchange Group; die ausgegliederte Einheit soll die Produkte weiterhin an Kunden liefern.
Zugleich hat Allbirds eine verbindliche Vereinbarung über eine wandelbare Finanzierung in Höhe von 50 Millionen US‑Dollar mit einem institutionellen Investor getroffen. Die Mittel sollen vorrangig für den Erwerb leistungsfähiger GPUs verwendet werden, mit denen das Unternehmen dedizierte Rechenkapazität bereitstellen will. Als Platzierungsagent fungiert die Investmentbank Chardan; Abschluss und Geldzufluss stehen noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre.
In Erwartung der Umstrukturierung plant das Unternehmen, seinen Namen in NewBird AI zu ändern. Die neu ausgerichtete Gesellschaft strebt an, GPU‑as‑a‑Service und AI‑native Cloud‑Lösungen anzubieten und ihr Portfolio über eine sogenannte neocloud‑Plattform auszubauen. Zu den vorgesehenen Maßnahmen zählen der Ausbau von Compute‑Kapazitäten, die Intensivierung von Kundenpartnerschaften sowie die Prüfung von Zukäufen, um das Wachstum zu beschleunigen.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund hoher Nachfrage nach spezialisierten KI‑Rechenressourcen. Allbirds verweist auf verlängerte Beschaffungszeiten für moderne Hardware und auf geringe Verfügbarkeiten von Rechenzentrumskapazitäten in Nordamerika. Vor diesem Hintergrund sieht das Unternehmen die Chance, Unternehmen und Forschungseinrichtungen langfristige Leasingverträge für Rechenleistung anzubieten.
Die Marktreaktion war deutlich: In den ersten Handelsstunden legten die Aktien spürbar zu. Konkrete operative Details der neuen Geschäftstätigkeit nennt die Mitteilung bislang nicht, und es werden keine vertraglich gesicherten Abnehmer für die geplanten GPU‑Kapazitäten benannt.
Unterdessen bleibt der geplante Ablauf an mehrere Bedingungen geknüpft: Der Abschluss der Transaktion hängt von der Zustimmung der Aktionäre ab, und auch der Vollzug der Finanzierung ist noch nicht endgültig. Sollte die Umstrukturierung vollzogen werden, will das Unternehmen die bisherigen Schuhaktivitäten vom börsennotierten Geschäft trennen, um dem neuen Kerngeschäft ohne die Belastung der früheren Aktivitäten nachzugehen.