Aspex erhöht Anteil an Delivery Hero auf rund 15 Prozent und verschärft Druck auf Vorstandschef Östberg
Prosus trennte sich von einem Fünf‑Prozent‑Paket für rund 335 Mio. Euro an den kritischen Investor Aspex, der seine Stimmkraft vor der Hauptversammlung am 23. Juni deutlich ausbaut.
- Durch den Zukauf erhöht Aspex seinen Einfluss bei Delivery Hero
- Prosus steht wegen EU‑Auflagen weiter unter Verkaufsdruck.
München. Aspex Management hat seine Beteiligung an Delivery Hero auf rund 15 Prozent aufgestockt und damit den Druck auf Vorstandschef Niklas Östberg weiter verschärft. Prosus verkaufte ein Paket von fünf Prozent an den Investmentmanager für etwa 335 Millionen Euro, wie der Prosus‑Mehrheitseigner Naspers mitteilte. Damit steigt Aspex’ Gewicht kurzfristig deutlich an und rückt als kritischer Großaktionär stärker in den Vordergrund.
Der Kaufpreis betrug 22 Euro je Aktie, rund zehn Prozent über dem Schlusskurs vom vorangegangenen Freitag. Zuvor hatte Prosus bereits ein 4,5‑Prozent‑Paket für rund 270 Millionen Euro an Uber veräußert; nach dem aktuellen Verkauf verbleiben Prosus noch 16,8 Prozent an Delivery Hero. Damit ist klar, dass Prosus seinen Anteil noch weiter reduzieren muss, um regulatorischen Vorgaben zu entsprechen.
Hintergrund sind Bedingungen der EU‑Wettbewerbshüter im Zuge der Just‑Eat‑Takeaway‑Übernahme: Prosus muss seine Beteiligung bis zum Spätsommer auf unter zehn Prozent senken, es sind demnach mindestens sieben Prozent weitere Verkäufe erforderlich. Zudem sind die Stimmrechte der verbleibenden Prosus‑Anteile bei der Hauptversammlung nicht direkt ausübbar, da sie treuhänderisch verwaltet werden. Diese Einschränkungen verändern das Kräfteverhältnis im Aktionärsumfeld spürbar.
Die Aufstockung stärkt Aspex’ Position vor der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Juni. Der Investor hatte in der Vergangenheit angesichts der schwachen Kursentwicklung offen Kritik an der Führung unter Gründer und CEO Östberg geübt und eine strategische Neuausrichtung sowie Rückzüge aus bestimmten Regionen gefordert. Als mögliches Druckmittel nannte Aspex bereits die Einbringung eines Misstrauensantrags gegen den Vorstandschef auf der Versammlung.