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Commerzbank setzt ambitionierte Ziele und stemmt sich gegen Unicredit‑Übernahme

Frankfurter Institut erhöht RoTE‑Ziel bis 2030 deutlich und bekräftigt seine Absicht, Übernahmeambitionen des italienischen Konkurrenten abzuwehren.

Handelsblatt 1 Min Lesezeit
Titelbild: Commerzbank setzt ambitionierte Ziele und stemmt sich gegen Unicredit‑Übernahme
Commerzbank will die RoTE bis 2030 auf 21 Prozent steigern – nach 8,7 Prozent im Vorjahr.

Nach Angaben der Commerzbank hat das Institut seine Finanzziele nachgeschärft und tritt damit aktiv einer möglichen Übernahme durch den italienischen Wettbewerber Unicredit entgegen. Zentrales Element der Orientierung ist die Anhebung der auf die risikogewichteten Aktiva bezogenen Eigenkapitalrendite (RoTE) auf 21 Prozent bis zum Jahr 2030; im vergangenen Jahr hatte die Kennzahl bei 8,7 Prozent gelegen. Diese Zielmarke signalisiert eine klare Veränderung der Ertrags- und Wachstumsstrategie gegenüber der bisherigen Ausgangslage.

Im Mittelpunkt der Kommunikation steht der Aufbau nachhaltiger Profitabilität: Die Bank präsentiert die RoTE‑Steigerung als Kernvorgabe, um ihre strategische Eigenständigkeit zu stärken und die Attraktivität für externe Übernahmeabsichten zu verringern. Zugleich fungiert die Vorgabe intern als klarer Performance-Richtwert und als Orientierung für das Management, wie künftig Ertrag und Kosten entwickelt werden sollen.

Gleichzeitig verweist die Berichterstattung auf personelle Konsequenzen auf beiden Seiten: Unicredit wird im Fall einer Übernahme Restrukturierungsmaßnahmen planen, die den Abbau zahlreicher Vollzeitstellen einschließen würden, und auch die Commerzbank hat Stellenstreichungen in Aussicht gestellt. Damit rückt die Personalfrage in den Fokus der Auseinandersetzung und gewinnt für Beschäftigte beider Häuser unmittelbare Bedeutung.

Unterdessen bleibt abzuwarten, wie Marktteilnehmer und potenzielle Investoren auf die neuen Vorgaben reagieren. Die Anhebung der Profitabilitätskennzahl ist ein strategischer Schritt, der darauf zielt, die Verhandlungsposition der Commerzbank zu stärken und die Debatte über mögliche Konsolidierung im europäischen Bankensektor neu zu fokussieren.