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Target setzt auf ‚Baby‑Boutiquen‘ in rund 200 Filialen, um junge Familien von Walmart und Amazon zurückzugewinnen

Der Handelskonzern hat Premium‑Marken in die Regale gebracht und Services wie Same‑Day‑Pickup ausgebaut, um beschäftigte Familien zurückzugewinnen und das anhaltende Umsatzminus zu beenden.

CNBC 2 Min Lesezeit
Titelbild: Target setzt auf ‚Baby‑Boutiquen‘ in rund 200 Filialen, um junge Familien von Walmart und Amazon zurückzugewinnen
Target öffnete in diesem Frühjahr in etwa 200 Filialen ‚Baby‑Boutiquen‘ mit Marken wie UPPAbaby und Stokke.

Nach Angaben von Target hat der Händler in diesem Frühjahr in rund 200 Filialen, also etwa zehn Prozent seines Netzwerks, sogenannte ‚Baby‑Boutiquen‘ eingerichtet. In diesen Bereichen sind Kinderwagen, Autositze und Hochstühle sichtbar präsentiert; Kunden können die Artikel anfassen, testen und sich damit außerhalb der üblichen Kartonage vertraut machen.

Zugleich hat Target sein Baby‑Sortiment erheblich erweitert: Insgesamt sind etwa 2.000 neue Baby‑Artikel in den Läden und online verfügbar, darunter höherpreisige Marken wie UPPAbaby, Stokke und Bugaboo. Einige Produkte bewegen sich dem Unternehmen zufolge in einem gehobenen Preissegment; als Beispiel nennt Target einen UPPAbaby‑Kinderwagen mit einem Listenpreis von bis zu 1.000 US‑Dollar.

Im Mittelpunkt der Initiative steht die Rückgewinnung von vielbeschäftigten Familien, die für das Geschäft eine besondere Bedeutung haben. Chief Merchandising Officer Cara Sylvester weist darauf hin, dass Familien mit Kindern bis fünf Jahre demnach doppelt so viel ausgeben wie der Durchschnittskunde und dass Haushalte mit Kindern verschiedener Altersgruppen Target‑Filialen etwa doppelt so häufig aufsuchen wie der typische Shopper. Diese Kundengruppe war zuletzt verstärkt zu Wettbewerbern wie Walmart und Amazon abgewandert.

Nach dem Schritt, das Angebot und die Ladenpräsenz zu stärken, steht Target vor der Aufgabe, die Trends beim Umsatz und der Kundenfrequenz zu drehen. Michael Fiddelke, der Anfang Februar als CEO die Leitung übernahm, hat die Beendigung des dreijährigen Umsatzrückgangs zur Priorität erklärt; das Unternehmen peilt für dieses Jahr eine Rückkehr zum jährlichen Umsatzwachstum mit einem Plus von rund zwei Prozent an.

Inzwischen betont Target neben der Sortimentsaufwertung auch die Bedeutung des Einkaufserlebnisses und praktischer Services wie Same‑Day‑Pickup und Lieferung. Während die Besucherzahlen in den vergangenen vier Quartalen zurückgegangen sind, verzeichnet das Unternehmen erste Anzeichen einer wachsenden Ladenfrequenz. Daneben bleibt der Wettbewerb mit Discountern und Onlinehändlern eine zentrale Herausforderung; ob sich durch verbesserte Produktqualität und Service tatsächlich dauerhafte Marktanteile bei jungen Familien zurückgewinnen lassen, werden die bevorstehenden Quartalszahlen unter der neuen Führung zeigen.