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Bakterielle STI erreichen 2024 Rekordniveau in Europa, ECDC warnt

Gonorrhöe, Syphilis und angeborene Syphilis erreichen 2024 Rekordwerte; ECDC fordert mehr Screening und Prävention.

JKCM News Redaktion 2 Min Lesezeit
Titelbild: Bakterielle STI erreichen 2024 Rekordniveau in Europa, ECDC warnt
  • ECDC-Daten zeigen 2024 Höchststände bei Gonorrhöe, Syphilis und angeborener Syphilis
  • Experten fordern erweiterte Testangebote und präventive Maßnahmen.

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erreichten bakterielle sexuell übertragbare Infektionen in Europa im Jahr 2024 Rekordniveaus. Die Agentur registrierte deutliche Zuwächse bei Gonorrhöe und Syphilis; Chlamydien bleiben weiterhin die am häufigsten gemeldete bakterielle STI. Die Zahlen zeigten übergreifend eine anhaltende Transmission in mehreren Ländern und deuteten auf ein sich verstärkendes öffentliches Gesundheitsproblem hin.

Im Mittelpunkt der Daten steht die starke Zunahme der Gonorrhöe-Meldungen: Mit 106.331 Fällen erreichte die Erkrankung den höchsten Stand seit Beginn der Überwachung im Jahr 2009, ein Anstieg von 303 Prozent seit 2015. Syphilisfälle mehr als verdoppelten sich im selben Zeitraum auf 45.577. Gleichzeitig blieb die Meldezahl für Chlamydien mit 213.443 Fällen am höchsten, was die Breite des Problems unterstreicht und unterschiedliche Kontrollstrategien erforderlich macht.

Nach dem Schritt zwischen 2023 und 2024 stiegen die Gesamtmeldungen um 4,3 Prozent, wobei Männer einen stärkeren Zuwachs verzeichneten als Frauen. Bei Männern lag der Anstieg bei 7,9 Prozent; die höchsten Raten traten in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre auf. Über die Hälfte der Gonorrhöe-Fälle betraf Männer, die Sex mit Männern haben. Unterdessen sanken die gemeldeten Raten bei Frauen insgesamt um 8,6 Prozent, wobei die meisten Fälle in der Altersgruppe 20 bis 24 Jahre auftraten.

Zugleich alarmiert die ECDC die Entwicklung bei angeborener Syphilis: Die Zahl betroffener Neugeborener stieg 2024 auf den höchsten Stand seit 2009 und hat sich im Vergleich zu 2023 nahezu verdoppelt. In der Betrachtungsperiode 2015 bis 2024 meldeten Bulgarien, Portugal und Ungarn die meisten Fälle. Die Agentur verweist auf die Möglichkeit, diese Form der Infektion durch gezielte Maßnahmen deutlich zu reduzieren, und weist auf ein vorhandenes Ziel zur Reduktion hin.

Daneben nennt die ECDC mehrere Handlungsfelder: Stärkere Prävention in heterosexuellen Bevölkerungsgruppen, erweiterte Screening-Programme und die Prüfung routinemäßiger Nachtestungen in der Schwangerschaft im dritten Trimester. Experten führen Teile des Anstiegs auch auf Verhaltensänderungen zurück, darunter eine rückläufige Kondomnutzung und steigende Partnerzahlen, die das Übertragungsrisiko erhöhen.

Insgesamt betont die Agentur, dass ein abgestimmter Mix aus erweiterten Testangeboten, verbesserter Versorgung und gezielten Präventionsmaßnahmen notwendig ist, um die Übertragungsdynamik zu unterbrechen. Nur mit konsequenter Vorsorge und besseren Diagnostikangeboten lasse sich das Risiko langfristiger Komplikationen wie Unfruchtbarkeit oder schwerer Erkrankungen durch unbehandelte Infektionen wirkungsvoll senken.